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Wie erkennt man Transgressionen und Regressionen?

  • Eugen Seibold
Conference paper
Part of the Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse Jahrgang 1992, 5. Abhandlung book series (HD AKAD, volume 1992 / 5)

Zusammenfassung

Für den Geologen sind die Gesteine nicht nur Sachen. Sie sind ihm auch Speicher von Tatsachen. Er überlegt sich, was etwa von einem Fluß bleibt, der im Tiefland das Meer erreicht. Da sind die von ihm mitgeführten und in Talauen abgelagerten Gerölle, Sande und Tone, ein Ensemble, das im allgemeinen küstenwärts feiner wird. Da ist der dort hohe Grundwasserstand, der pflanzliche Reste vor dem Verwesen schützt, so daß sie sich in Torf und schließlich Kohle verwandeln können. Da leben auch manche für das Süßwasser typische Muscheln. Aus dem gesamten anorganischen und organischen Gehalt schließt er aus solch einem uralten Gesteinsbild auf eine „fluviatile Fazies“. In der anschließenden Delta-Fazies (Abb. 1) kommt der Einfluß von Brackwasser hinzu, etwa in teilweise abgeschnürten Lagunen wie um Venedig. Die Küste selbst mit ihren Strandbildungen, Abbrüchen und Dünen ist ein so schmaler Geländestreifen, daß er nur selten hoffen kann, sie überliefert zu sehen. Deshalb sind die wenigen Stellen fossiler Küsten im nahen Mainzer Becken geologische Wallfahrtsorte. Küste bedeutet aber im allgemeinen auch Flachwasser davor. Küstennahe, flächenhafte Sedimente müssen sich zunächst einmal mit oft heftigen Wasserbewegungen, mit Wellen und Strämungen auseinandersetzen. Das hinterläßt in ihrem Gefüge, aber auch in den organischen Resten eindeutige Spuren.

Abb. 1.

Schematisches Profil durch ein Delta.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • Eugen Seibold
    • 1
  1. 1.Freiburg i. Br.Deutschland

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