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Die Ältesten Universitätsreformen und Universitätsgründungen des Mittelalters

  • Peter Classen
Conference paper
Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 12)

Zusammenfassung

Die ältesten Universitäten Europas sind im 12. Jahrhundert entstanden. Sie sind in einem allmählichen Prozeß entstanden, nicht gegründet worden. Ein verbreitetes Streben nach tieferer geistiger Erkenntnis begegnete dem Bedürfnis einer komplizierter werdenden Gesellschaft nach wissenschaftlich ausgebildeten Männern und dem Wunsche vieler, durch eine höhere Bildung sozial aufzusteigen. Es entstanden neue und neuartige Schulen, und aus dem Zusammenschluß an einem Ort wirkender Lehrer und Schüler zu Korporationen gingen am Ende des Jahrhunderts die ersten „universitates“, d. h. nichts anderes als Genossenschaften, die das Studium, d. h. die Schule, trugen, hervor 1). Die Legisten und Kanonisten in Bologna, die Artisten und Theologen in Paris waren die ersten, die Mediziner in Montpellier, vielleicht auch in Salerno, und die Scholaren verschiedener Fächer in Oxford folgten. In den überlieferten Ordnungen des Staates und der Kirche, die an dem Entstehungsprozeß nicht beteiligt waren, fanden die völlig neuartigen Gemeinschaften — in Bologna reine Studentenverbände, in Paris und Oxford im Kern Magisterkorporationen, die sich am ehesten Handwerkerzünften vergleichen lassen — zunächst keinen Platz. Im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts errangen sie dann die Anerkennung und Privilegierung seitens der staatlichen und kirchlichen Autoritäten, und zugleich wurden die Satzungen für das innere Leben erstmals rechtsverbindlich aufgezeichnet.

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Anmerkungen

  1. 1).
    Vgl. H. Grundmann, Vom Ursprung der Universität im Mittelalter, 2. Aufl. (Darmstadt 1960), dort reiche Literaturangaben; P. Classen, Die Hohen Schulen und die Gesellschaft im 12. Jahrhundert (Archiv f. Kulturgeschichte 48, 1966, S. 155–180). - Als Stoffgrundlage unentbehrlich sind nach wie vor die großen älteren Darstellungen: H. Denifle, Die Entstehung der Universitäten des Mittelalters 1 (einziger Bd., Berlin 1885); G. Kaufmann, Die Geschichte der Deutschen Universitäten, 1–2 (Stuttgart 1888); H. Rashdall, The Universities of Europe in the Middle Ages, new edition ed. by F. M. Powicke and A. B. Emden, 1–3 (Oxford 1936). Eine wichtige vergleichende Untersuchung aus neuerer Zeit: P. Kibre, Scholary Privileges in the Middle Ages (Mediaeval Academy of America, Publ. Nr. 72, London 1961) behandelt Bologna, Padua, Paris, Oxford.Google Scholar
  2. 2).
    Grundlegend immer noch die Untersuchung von Denifle (passim) und die übersichtlichere Darstellung von Rashdall 1 S. 269–343, ferner Kibre S. 85 ff., E. Behler, Die Entstehung der mittelalterlichen Universität von Paris (Perennitas. Festschrift f. Th. Michels, Münster 1963, S. 294–321); P. R. Mckeon, The Status of the University of Paris as Parens scientiarum (Speculum 39, 1964, S. 651–675); zu den Voraussetzungen bis um 1200 auch Classen (wie Anm. 1 ).Google Scholar
  3. 3).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 59 ff. Nr. 1.Google Scholar
  4. 4).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 67 f. Nr. 8 = c. 11 X de const. 1,2. Zur kanonistischen Interpretation vgl. G. POST, Parisian Masters as a Corporation, in POST, Studies in Medieval Legal Thought ( Princeton, N. Y. 1964 ) S. 27–60.Google Scholar
  5. 5).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 73 ff. Nr. 14–18.Google Scholar
  6. 6).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 78 ff. Nr. 20, vgl. unten S. 74, 80 f.Google Scholar
  7. 7).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 118–147 Nr. 62, 64, 66, 67, 69–72, 74–76, 78–82, 84–95. Erzählende Hauptquelle Matthaeus Paris, Chron. mai. 3 S. 166 ff.Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. unten Anm. 12 und 14.Google Scholar
  9. 9).
    Bis um 1200 sind die Universitäten von Bologna, Paris, Oxford, Montpellier in den Grundzügen geformt; dazu muß man das alte Salerno nennen, über dessen Verfassung freilich kaum etwas bekannt ist. Bis um 1230 treten hinzu: Reggio (Emilia), Vicenza, Arezzo, Padua, Neapel, Vercelli, Toulouse, Orleans, Angers, Cambridge, Palencia, Salamanca. Einige von ihnen sind freilich einstweilen unstabile und kurzlebige Gebilde, so daß man nicht mehr als etwa 14–15 gleichzeitig existierende Hochschulen bis um 1230 nennen kann.Google Scholar
  10. 10).
    Hierzu grundlegend G. B. Ladner, The Idea of Reform. Its Impact on Christian Thought and Action in the Age of the Fathers, Cambridge, Mass. 1959. 11) So reich die Literatur über Kirchen- und Reichsreform im Mittelalter ist, fehlt doch eine wort- und begriffsgeschichtliche Untersuchung auf breiter Grundlage. Hier seien nur genannt: K. Burdach, Reformation, Renaissance, Humanismus (19262) S. 1–84 (die dort S. 199 Anm. 39 in Aussicht gestellte Materialsammlung aus Rechtsquellen hat Burdach nicht vorgelegt); G. B. Ladner, Die mittelalterliche Reform-Idee und ihr Verhältnis zur Idee der Renaissance (Mitt. d. österr. Inst. f. Geschichtsforschung 60, 1952) S. 31–59; ders., Erneuerung, in: Reallexikon f. Antike und Christentum 6 (1965) Sp. 240–275 (mit sehr reicher Bibliographie Sp. 269 ff.); die konservative Komponente des mittelalterlichen Reform-Begriffs wird sehr gut herausgearbeitet von L.Google Scholar
  11. 11).
    So reich die Literatur über Kirchen- und Reichsreform im Mittelalter ist, fehlt doch eine wort- und begriffsgeschichtliche Untersuchung auf breiter Grundlage. Hier seien nur genannt: K. Burdach, Reformation, Renaissance, Humanismus (19262) S. 1–84 (die dort S. 199 Anm. 39 in Aussicht gestellte Materialsammlung aus Rechtsquellen hat Burdach nicht vorgelegt); G. B. Ladner, Die mittelalterliche Reform-Idee und ihr Verhältnis zur Idee der Renaissance (Mitt. d. österr. Inst. f. Geschichtsforschung 60, 1952) S. 31–59; ders., Erneuerung, in: Reallexikon f. Antike und Christentum 6 (1965) Sp. 240–275 (mit sehr reicher Bibliographie Sp. 269 ff.);Google Scholar
  12. 12).
    Für Paris ist neben der unten Anm. 14 genannten Stelle (wo das Wort in anderm Sinn verwendet wird) zu vergleichen aus den Verhandlungen mit dem Papst 1230/31: Chart. Univ. Paris 1 Nr. 75 S. 134, Nr. 82 S. 140 (ut in civitate ipsa Studium in statum pristinum reformetur), Nr. 90 S. 145 (magistri pro reformatione studii ad sedem apostolicam personaliter laborantes). - Für Neapel BF 2044 (Statutum ergo olim Studium apud Neapolim civitatem uberrimam et locum in regno nostro salubritate aeris in quibuslibet oportunitatibus preelectum cordi nobis est in integrum reformare. Cuius reformationi non dubitetis nos efficacem operam adhibere, dazu Richard von S. GermanoGoogle Scholar
  13. 13).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 63 Nr. 3 = Reg. Innocentii III papae, VIII 71, Migne, PL 215 Sp. 637 f. Der Plan scheint keinen Erfolg gehabt zu haben, doch wurde 1211 erwogen, den Pariser Magister Robert Courson zum Patriarchen von Konstantinopel zu erheben.Google Scholar
  14. 14).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 78 f. Nr. 20: Noverint universi quod cum Domini Pape speciale habuissemus mandatum, ut statui Parisiensium scolarum in melius reformando impenderemus operam efficacem, nos de bonorum virorum Consilio scolarum tranquillitati volentes in posterum providere ordinavimus et statuimus in hune modum..Die Abbildung der Originalurkunde bei ST. D’irsayGoogle Scholar
  15. 15).
    Statut des Kardinalbischofs Konrad v. Porto (Graf v. Urach, Zisterzienser) von 1220 bei Fournier 2 S. 4–6 Nr. 881 = Cartulaire de l’Université de Montpellier 1 (Montpellier 1890 ) S. 180 ff. Nr. 2. Vorausgegangen war schon 1180 ein Privileg des Grafen Wilhelm von Montpellier, FOURNIER 2 S. 3 Nr. 879 = Cartulaire 1 S. 179 f. Nr. 1.Google Scholar
  16. 16).
    Urkunden des Kardinals Nicolaus von Tusculum vom Juni 1214 (vier Ausfertigungen, im wesentlichen gleichlautend, davon je eine an die Bürger von Oxford und den Bischof von Lincoln, zwei allgemein adressiert) bei H. Anstey, Munimenta Académica 1 (1868) S. 1–4 und (besser) bei H. E. Salter, Mediaeval Archives of the University of Oxford 1 (Oxford Historical Society 70, 1920) Nr. 2 u. 3 S. 2–6.Google Scholar
  17. 17).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 136 ff. Nr. 79: das große Privileg Parens scientiarum, dazu die Serie gleichzeitiger Urkunden, ebenda Nr. 80–95.Google Scholar
  18. 18).
    Hauptquelle für die Auseinandersetzung zwischen Universität und Kommune sowie die ersten Statuten sind die Urkunden des zugunsten der Schule vermittelnden Papstes Honorius III., Pressutti Nr. 483, 597, 598, 926, 2126, 2127, 2383, 3206, 5120. Aus der reichen Literatur seien hier nur genannt:Google Scholar
  19. 19).
    Vgl. die oben Anm. 1 genannten Arbeiten von Grundmann und Classen; personen-geschichtliche Untersuchungen, die Licht auf die Sozialgeschichte werfen, bieten MEIJERS über Orléans (unten Anm. 24) und S. et S. Stelling-Michaud, Les juristes Suisses à Bologne, 1255–1330 (Genf 1960 ).Google Scholar
  20. 20).
    Das Laterankonzil von 1179 can. 18 (bester Text: Conciliorum oecumenicorum decreta, ed. Centro di Documentazione, Istituto per le Scienze Religiose Bologna, Basel etc. 1962, S. 196) verlangte von jedem Domkapitel die Ausstattung eines Magisters zum kostenlosen Unterricht für arme Theologen; diesen selten eingehaltenen Beschluß erweiterte das Konzil von 1215 can.Google Scholar
  21. 21).
    Es genügt hier, an die Tätigkeit des Placentinus in Montpellier (seit etwa 1166), des Pillius in Modena (seit etwa 1180) und des Jacobus de Mandra in Reggio-Emilia (seit 1188) zu erinnern, die Belege bei Rashdall 1 S. 169 und 2 S. 4 ff., 128 f. - Im 13. Jhdt. haben die meisten Städte Italiens öffentlich tätige Lehrer, vgl. Denifle S. 729 ff.Google Scholar
  22. 22).
    Für die Anfänge von Palencia vgl. Denifle S. 471 ff. und Rashdall 2 S. 65 ff. Neuerdings bemüht sich C. M. Ajo G. y Sáin De Zúniga, Historia de las universidades hispánicas 1 (Madrid 1957 ) S. 195 ff. um den Nachweis, daß Palencia und Salamanca auf das 12. Jhdt. zurückgehen „tan antiguos y más que los de París y Bolonia en creación y relativa organización. Die Beweise zeugen von mehr Patriotismus als kritischem Scharfsinn.Google Scholar
  23. 23).
    Dazu neben Denifle und Rashdall aaO jetzt auch Ajo S. 218 ff.; die Urkunden Honorius’ III. im Regest bei Pressutti, Nr. 2742, 3192, 5273, jetzt im vollen Text bei Ajo S. 435 f. Nr. I-III.Google Scholar
  24. Die Quellen für Angers sind bei Fournier I S. 261 ff. Nr. 361 ff. susammengefaßt; über die Anfänge 1229 vgl. Matthaeus Paris, Chron. mai. 3 S. 166 sowie die Mandate Gregors IX. Chart. Univ. Paris 1 S. 133 f. 144 f. Nr. 75 und 89 (das zweite auch für Orléans), zum Ganzen Rashdall 2 S. 151 ff., E.M. Meijers, L’université d’Orléans au XIII siècle, in Meijers, Etudes d’histoire du droit 3 (Leyden 1959) S. 4–148.Google Scholar
  25. 25).
    Zur Auswanderung von 1209 und den Anfängen von Cambridge vgl. Roger von Wen-dover, Flores temporum, ed. H. G. Hewlett (Rolls Series Nr. 84, London 1887), vol. 2, S. 51, dazu Denifle S. 368 ff., Rashdall 3 S. 34, 276 fi., zusammenfassend mit weiteren Quellen und neuerer Literatur zuletzt J. P. C. Roach, The University, in: A History of the County of Cambridge and the Isle of Ely, ed. by J. C. P. Roach, vol. 3 (The Victoria History of the Counties of England, Oxford 1959) S. 150 ff.Google Scholar
  26. 26).
    Hauptquelle sind die Verträge mit dem Domkapitel und mit den Kamaldulensern über die Kirche S. Vitus, bei J. B. Mitarelli, Annales Camaldulenses 3 (Venedig 1759) Appendix Nr. 161–163 Sp. 260–263 und Textteil S. 213 f., dazu Mitarelli S. 199 f., 203 f., Denifle S. 298 f., Rashdall 2 S. 6 f.Google Scholar
  27. 27).
    Denifle S. 424 f., Rashdall 1 S. 169 f., ebenda 2 S. 8 f. Einzige Nachricht ist das Selbstzeugnis des Roffred von Benevent, er habe nach der Auswanderung aus Bologna in Arezzo gelehrt.Google Scholar
  28. 28).
    Denifle S. 277 ff., Rashdall 2 S. 10 f.Google Scholar
  29. 29).
    Der mehrfach gedruckte Vercelli-Vertrag ist am bequemsten bei RASHDALL 2 S. 337 bis 341 zu benutzen, vgl. dazu Denifle S. 278 ff., 290 f., Rashdall 2 S. 11 ff., 26 f., Kaufmann 1 S. 176 ff.Google Scholar
  30. 30).
    Die Gründungsurkunde von Neapel BF 1537 ist besser als in den Sammlungen des Petrus de Vinea, auf denen der Druck bei J. L. A. Huillard-Bréholles, Historia diplomatica Friderici II, vol. 2, 1 (Paris 1852) S. 450 ff. beruht, bei Richard von S. Germano, Chronica, ed. C. A. GARUFI (Rer. Ital. Scriptores VII 2, 1938) S. 113–116, überliefert. Zur Gründung vgl. Denifle S. 452 ff., Rashdall 2 S. 21 ff., K. Hampe, Zur Gründungsgeschichte der Universität Neapel (Sitzungsber. der Heidelberger Akademie d. Wiss., Phil. hist. Kl. Jg. 1923 10. Abh.), E. Kantorowicz, Kaiser Friedrich der Zweite (Berlin 1927) S. 124 ff. und Ergänzungsband dazu (1931) S. 51 f., 119 ff., 124 ff., 266–273. Allgemein die Kapitel der Storia dell’Università di Napoli (Neapel 1924 ): F. TORRACA, L’età sveva, S. 1–16, und G. M. Monti, L’età angioina, S. 17–150.Google Scholar
  31. 31).
    Neben BF 1658 von 1226 vgl. A. Gaudenzi, La costituzione di Federico II che interdice lo Studio Bolognese (Archivio Storico Italiano 42, 1908, S. 352–363), der S. 356 f. die neu entdeckte Constitution des Kaisers ediert und zu 1225 datiert, dazu HESSEL (wie Anm. 18), S. 425, der sie mit Recht zu 1226 stellt, zuletzt De Vergottini (wie Anm. 18) S. 61 ff., Rossi (wie Anm. 18) S. 208 ff.Google Scholar
  32. 32).
    Ausgangspunkt für Toulouse ist der vom Kardinal Romanus herbeigeführte Friedensvertrag von Paris, April 1229, zwischen Graf Raimund VII. und König Ludwig IX. (bzw. dessen Mutter Blanka von Kastilien), Text bei A. Teulet, Layettes du Tresor des Chartes 2 (Paris 1866) S. 149 Nr. 1992 sowie bei L. Auvray, Les Registres de Grégoire IX, vol. 2 (Paris 1907 ) Nr. 4783 §9 und Nr. 4784 §17, coli. 1270 und 1277, die einschlägigen Stellen des Vertrags und die weiteren Quellen auch bei Fournier 2 S. 441 Nr. 505. Schon 1217 hatte Honorius III. Lehrer der Theologie nach Toulouse gerufen, Fournier 2 Nr. 502 S. 438 = Chart. Univ. Paris 1 S. 83 f. Nr. 25. Jüngste Darstellung C. E. Smith, The University of Toulouse in the Middle Ages (Milwaukee 1958), früher Denifle S. 325 ff. und Rashdall 2 S. 160 ff.Google Scholar
  33. 33).
    Über Salamanca nach Denifle S. 478 ff. und Rashdall 2 S. 74 ff. nun Ajo 1 (wie oben Anm. 22)S. 199 ff., 221 ff., der wieder eine Gründung im 12. Jhdt. postuliert, doch sprechen die von Rashdall (-Powicke) 2 S. 75 Anm. 1 genannten Gründe für ein Datum um 1227. Die Erneuerungsurkunde Ferdinands III. jetzt bei Ajo S. 436 f. Nr. I V.Google Scholar
  34. 34).
    Denifle S. 301 ff. und Rashdall 2 S. 28 ff.Google Scholar
  35. 35).
    Zitiert oben Anm. 29 und 30.Google Scholar
  36. 36).
    Quod potestas Vercellarum nomine ipsius communis et ipsum commune dabit scola- ribus et universitati scolarium quingenta hospicia de melioribus que erunt in civitate, et si plura erunt necessaria, plura, ita videlicet quod pensio melioris hospicii non excedat summam librarum decem et novem papiensium, et exinde infra fiat taxatio aliorum hospiciorum arbitrio duorum scolarium et duorum civium usw. mit ausführlichen Einzelbestimmungen.Google Scholar
  37. 37).
    Der Zwischenfall in Oxford 1209 setzt voraus, daß 4 Scholaren ein hospitium teilten, Matthaeus Paris., Chron. mai. 2 S. 526. Die Glossa ordinaria zu C. 3, 13,1 § 2 v. aliorum (zit. bei O. Gierke, Das deutsche Genossenschaftsrecht 3, 1881, S. 208) räumt der societas quinque vel sex scholarium in uno hospitio das Recht ein, einen Syndicus zu bestellen.Google Scholar
  38. 38).
    Nach K. J. Beloch, Bevölkerungsgeschichte Italiens 3 (Berlin 1961 ) S. 65 hatte Padua, das die Studenten verlassen wollten, im Jahre 1174 ca. 3200 Häuser und 17 500 Einwohner, im 16. Jhdt. etwa doppelt so viele (ebenda S. 70). Für Vercelli fehlen mittelalterliche Quellen, 1571 hatte es weniger als 9000 Einwohner ohne Kinder unter 3 Jahren (ebenda S. 279). Bei aller Vorsicht wird man für das 13. Jhdt. jedenfalls keine höhere Zahl als für das 16. annehmen dürfen.Google Scholar
  39. 39).
    Neapel, Gründungsurkunde: Hospitium quod melius in civitate fuerit locabitur scola- ribus pro duarum unciarum auri pensione, nec ultra extimatio eius ascendet. Infra autem predictam summam et usque ad illam omnia hospitia sub extimatione duorum civium et duorum scolarium locabuntur. In Paris gab es 1221 Streit um die vom König und Bischof erlassene und von der Universität angenommene Taxordnung: Chart. Univ. Paris 1 Nr. 41 S. 98. Im großen Privileg Gregors IX. von 1231 (Chart, univ. Paris 1 Nr. 79 S. 137) heißt esGoogle Scholar
  40. 40).
    Vgl. die oben Anm. 16 genannten Urkunden. Selbst neue hospitia sollten zur Hälfte des Taxwertes vermietet werden. Wie sich das ausgewirkt hat, insbesondere auf das Angebot von Wohnungen, ist leider nicht überliefert. Für Cambridge erließ der König 1231 die Taxordnung, vgl. Roach (wie Anm. 25 ) S. 151.Google Scholar
  41. 41).
    Für Vercelli und Neapel siehe die genannten Gründungsurkunden. In Paris rühmt schon Johann von Salisbury 1164 die copia victualium (Chart. Univ. Paris 1 S. 17 Nr. 19), mit den Wohnungen war es dort freilich schwierig, vgl. Classen (wie Anm. 1) S. 176 f.Google Scholar
  42. 42).
    Fournier I Nr. 507 und 519 S. 442 und 450 von 1233 und 1245; dagegen hatte Johannes von Garlandia in dem Werbeschreiben für Toulouse, Chart. Univ. Paris 1 S. 130 f. vom Land, wo Milch und Honig fließen, Bachus und Ceres regieren, gesprochen: pro parvo vinum, pro parvo panis habetur, pro parvo carnes, pro parvo piscis emetur. In Angers erließ König Karl II. von Sizilien 1279 auf Bitten der Scholaren eine Lebensmittel-Marktordnung: Fournier I S. 264 Nr. 365.Google Scholar
  43. 43).
    Mediaeval Archives (wie Anm. 16) 1 S. 18 Nr. 10. Der hohe Satz ist nicht nur durch das knappe Geldangebot, sondern auch durch die geringe Sicherheit bedingt, die Stadt- und land-fremde Studenten bieten.Google Scholar
  44. 44).
    Dies geht daraus hervor, daß der Kredit den Scholaren nach Venedig entgegengebracht werden soll.Google Scholar
  45. 45).
    Ausdrücklich festgelegt in der Gründungsurkunde für Neapel: Scolaris vero qui reci- piet mutuum, de terra non recedet donec mutuum ipsum solverit vel precaria restituerit vel alias satisfecerit creditori. Predicta autem precaria non revocabuntur a creditoribus, quamdiu scolaris voluerit in studio permanereGoogle Scholar
  46. 46).
    Fournier 2 Nr. 882 S. 5 von 1220 = Cartulaire 1 (wie Anm. 15) Nr. 2 S. 182: Si magister habeat causam adversus discipulum suum super salario vel super alia re, nullus alius magistrorum ipsum recipiat, postquam commonitus fuerit, in scolis suis, donec discipulus ille certa caverit cautione magistro conquerenti quod vel satisfaciat ei vel quod iuri parebit. Nullus magistrorum scolarem alterius scienter alliciat vel sollicitet precibus, pretio aut quo- cumque modo, ad hoc ut eum subtrahat magistro suo, aut per se aut per alium.Google Scholar
  47. 47).
    Gründungsurkunde von Neapel: „Insuper studiosos viros ad servitia nostra non sine magnis meritis et laudibus provocamus secure illis, cum diserti fuerint per instantiam studii, iuris et iustitie regimina commictentes... magistros investigamus, bona promictimus et eis quos dignos videbimus, donaria conferemus… De numero autem peritorum, quos ibi duxi- mus destinandos, mictemus magistrum Roffridum de Benevento iudicem et fidelem nostrum civilis seiende professorem... Conditiones autem quas scolaribus concedimus iste sunt: Im- primis quod in civitate predicta doctores et magistri erunt in qualibet facultate..Einige Namen Berufener nennt das Gründungsprivileg: Roifred von Benevent und Benedikt von Isernia, anläßlich der Erneuerung 1239 ist ein Berufungsschreiben des Kaisers erhalten: BF 2559, vgl. Manfred BF 4678 von 1258 und für Salerno BF 4601 von 1253.Google Scholar
  48. 48).
    Daß die Abhängigkeit der Bologneser Professoren von den Scholaren allein aus der Lehrgeld-Zahlung hervorgegangen ist, hat Denifle S. 196 ff. nachgewiesen.Google Scholar
  49. 49).
    Vgl. den oben Anm. 32 zit. Vertrag.Google Scholar
  50. 50).
    Vgl. Fournier I Nr. 510, 514–516 S. 443 ff., 447 von 1236, 1238–1239.Google Scholar
  51. 51).
    Dazu zuletzt Kibre S. 10 ff., De Vergottini (wie Anm. 18) S. 41 ff.Google Scholar
  52. 52).
    Der oben Anm. 39 zitierte Passus über Vorlesungssuspension nach einer Frist von 15 Tagen im Privileg von 1231 wird fortgesetzt: Et si aliquem vestrum indebite incarcerari conti- gerit, fas sit vobis, nisi monitione prehabita cesset iniuria, s t a t i m a lectione cessare, si tarnen id videritis expedire.Google Scholar
  53. 53).
    Ein Vorläufer in bestimmter Situation ist die Aufforderung Honorius’ III. an die Bologneser Scholaren im Jahr 1217, lieber auszuwandern als sich zum Meineid zwingen zu lassen, Pressutti Nr. 597, Text bei Rashdall 1 S. 585. Schon 1214 bestrafte der Kardinal bei der Wiederherstellung Oxfords diejenigen Magister, die entgegen dem Beschluß zur Auswanderung 1209 und der offenbar anschließend erfolgten bischöflichen Suspension des Studiums gelesen hatten, mit einem dreijährigen Lehrverbot, vgl. die oben Anm. 16 genannten Urkunden.Google Scholar
  54. 54).
    Omnes in civilibus sub eorum doctoribus et magistris debeant conveniri.Google Scholar
  55. 55).
    Item quod iusticie exhibitione serventur scolaribus eorum privilegia, nisi eis specialiter renunciaverint, et exceptis maleficiis in quibus commune Vercellarum plenam habeat iuris- dictionem.Google Scholar
  56. 56).
    Gründungsurkunde: „Disposuimus autem apud Neapolim amoenissimam civitatem do- ceri artes.. Das Stichwort kehrt dann immer wieder, so in der oben Anm. 31 genannten Urkunde ed. Gaudenzi, dann BF 2556, auf Salerno übertragen BF 4601, 4572.Google Scholar
  57. 57).
    Gründungsurkunde: locum concedimus ubi rerum copia, ubi ampie domus, et spatiose satis et ubi mores cuiuscumque (Petrus de Vinea: civium) sunt benigni..Google Scholar
  58. 58).
    BF 2044 von 1234: Cives insuper exercicio studii precedentis quodammodo assuefactos moribus et conformes ad commoditates vestras benevolos habebitis et attentos. Das Werbeschreiben von Toulouse, Chart. Univ. Paris 1 S. 131 Nr. 72 sagt: De curialitate populi non est pretermittendum. Videtur enim hic facetia curialis cum militia simul et cum clero federa pepigisse.Google Scholar
  59. 59).
    Werbeschreiben Toulouse: Ubi temperatus aer antiquis philosophis fuerat consideratis terre stadiis preelectus. Neapel BF 2044 von 1234: Aput Neapolim civitatem uberrimam et locum in regno nostro salubritate aeris in quibuslibet oportunitatibus preelectum.Google Scholar
  60. 60).
    Die Kommune Perugia, die eine namhafte Schule besaß und sich seit 1276 um deren Erhebung zu Universitätsrang bemühte, ließ 1287 unter strenger Geheimhaltung gegen Reisekosten und Honorar von 100 Gulden den berühmten, damals in Bologna lehrenden Mediziner und Logiker Thaddaeus degli Alderotti kommen, um die Eignung Perugias als Universitätsstadt zu begutachten (causa... examinandi si prefata civitas Perusii apta sit studio et utili- tati studentium). Leider ist das Gutachten nicht wieder aufgetaucht, so daß unbekannt bleibt, welche Gesichtspunkte - ob wesentlich medizinisch-hygienische? - maßgeblich waren. Vgl. U. Nicolini, Documenti su Pietro Ispano e Taddeo degli Alderotti nei loro rapporti con Perugia (Atti del quarto convegno di studi Umbri, Maggio 1966. Perugia 1967, S. 271–284), hier S. 277 f. mit den Dokumenten S. 282 ff.Google Scholar
  61. 61).
    E. Winkelmann, Urkundenbuch zur Geschichte der Universität Heidelberg, Bd. 1 (Heidelberg 1886 ) S. 3 Nr. 2.Google Scholar
  62. 62).
    Die Urkunden zur Gründung Léridas im Jahre 1300 sind jetzt zusammengestellt bei Ajo S. 454, 454 ff. Nr. 28, 30, 31, 33–35; Nr. 30: Ad civitatem Illerde velut hortum fer-tilitatis intermedium terrarum ac regnorum nostrorum etc. Nr. 31: Ipsam nempe civitatem ad hoc aptiorem elegimus tanquam locum comunem... fertilitate victualium opulentum, aeris temperancia moderatum, aquarum et fluminum abundancia circumseptum, nobilitate civium insignitum ac decenti populo decoratum. Den Zusammenhang mit den Neapler Urkunden erkannte Denifle S. 499 ff. - Die Prager Urkunde steht Monumenta Germaniae, Constitutiones VIII Nr. 568 S. 580 f., dazu Denifle S. 586 ff. Auf die reiche neuere Literatur braucht hier nicht eingegangen zu werden.Google Scholar
  63. 63).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 131 Nr. 72: Quid deerit vobis igitur? Libertas scolastica? Nequáquam, quia nullius habenis dediti propria gaudebitis liberta te. Es schließt sich das Lob der liberalitas des Grafen an, der die Sicherheit garantiert.Google Scholar
  64. 64).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 71 f., 78 f. Nr. 12 und 20. Hierzu und zum Folgenden M. Grabmann, I Papi del Duecento e l’Aristotelismo, vol. 1: I divieti ecclesiastici di Aristotele sotto Innocenzo III e Gregorio IX (Miscellanea Historiae Pontificiae V 7, Rom 1941 ).Google Scholar
  65. 65).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 131 Nr. 72: Libros naturales qui fuerant Parisius prohibiti, poterunt illic audire qui volunt nature sinum medullitus perscrutari.Google Scholar
  66. 66).
    Chart. Univ. Paris 1 S. 138 Nr. 79: Et libris illis naturalibus, qui in concilio provin- ciali ex certa causa prohibiti fuere, Parisius non utantur, quousque examinati fuerint et ab omni errorum suspitione purgati. Wenige Tage später erging der Auftrag zur Prüfung der libri naturales: ebenda Nr. 87 S. 143 f.Google Scholar
  67. 67).
    Fournier I Nr. 523 S. 451 f.Google Scholar
  68. 68).
    Chart. Univ. Paris 1 Nr. 384 S. 427 f. von 1263.Google Scholar
  69. 69).
    Luther, An den Christlichen Adel, §25, Weimarer Ausgabe 6 S. 457 ff.: Die universi- teten dorfften auch wol eyner gutten starken reformation... Hie were nu mein rad/das die bucher Aristoteles/Phisicorum/Metaphysice/de Anima/Ethicorum/wilchs bisher die besten gehal- ten/gantz wurden abthan.... Logik, Rhetorik und Poetik will Luther mit Einschränkung gelten lassen. - Hier ist nicht der Ort, Luthers Reformvorschläge zu erörtern, die wohl das bekannteste Beispiel aus der jahrhundertelangen Geschichte der Universitätsreform vor Humboldt sind. Woher mag die heute verbreite Meinung kommen, erst das 19. (oder gar 20.) Jhdt. habe die Universitätsreform erfunden?Google Scholar
  70. 70).
    Die Ordnungen für das gemeinsame Leichenbegängnis sind überaus charakteristisch für alle älteren Universitätsordnungen und Reformen. Sie zeigen die Nähe der akademischen Universitates zu den handwerklichen Zünften; als Genossenschaft von Fremden mußte aber die Universität noch größeren Wert auf die Gemeinschaft auch mit den Verstorbenen legen als die Handwerker, denen auch die Familie und Verwandte zur Seite standen.Google Scholar
  71. 71).
    E. Winkelmann, Über die ersten Staats-Universitäten (Heidelberger Prorektoratsrede 1880 ) S. 19.Google Scholar
  72. 72).
    Johannes de Garlandia, De triumphis ecclesiae, ed. Th. Wright (London 1856 ) S. 92, auch bei Fournier 1 S. 442 Nr. 508.Google Scholar
  73. 73).
    So schon die Bulle Honorius’ III. von 1217, Chart. Univ. Paris 1 Nr. 25 S. 83 f., dann das Werbeschreiben ebenda Nr. 72 S. 130 von 1229, das sich auf ein Statut des Legaten beruft.Google Scholar
  74. 74).
    Über Garlandia vgl. J. F. Paetow, The Morale scolarium of John of Garland (Berkeley 1927 ).Google Scholar
  75. 75).
    Zum Rechtsstudium in Toulouse vgl. Meijers (wie Anm. 24) S. 167–208.Google Scholar
  76. 76).
    Vgl. Hampe (wie Anm. 30) S. 3 Anm. 1, der Winkelmann gegen Denifle verteidigt.Google Scholar
  77. 77).
    So die Selbstbezeichnung in dem Berufungsschreiben an Erasmus von Montecassino bei M. Grabmann, Mittelalterliches Geistesleben 1 (München 1926 ) S. 251 f. Die kaiserlichen und königlichen Urkunden behandeln die Universität nicht als rechtsfähige Korporation, auch wenn BF 2044 die Vokabel universitas scolarium im untechnischen Sinne vorkommt.Google Scholar
  78. 78).
    Die erste Auflösung dürfte schon 1229 erfolgt sein, vgl. Hampe S. 4, die Reformation von 1234 bezeugt BF 2044 und Richard von S. Germano (Rer. Ital. Scriptores VII 2 S. 189). 1239 erfolgte Aufhebung und neue Reformation: BF 2556–2559 (daß es um eine wirkliche Aufhebung auf kaiserlichen Befehl ging, ist BF 2557 ausdrücklich gesagt: easdem (scolas) dissolvi mandaverimus=; das übersieht Hampe S. 5 Anm. 1).Google Scholar
  79. 79).
    BF 4571–4573, 4601 von 1252 uned 1253.Google Scholar
  80. 80).
    BF 7677–7680.Google Scholar
  81. 81).
    Wirbt Karl von Anjou um Pariser Lehrer und Scholaren: Chart. Univ. Paris 1 Nr. 443 S. 501.Google Scholar
  82. 82).
    Gründungsurkunde: Volumus itaque et mandamus vobis omnibus qui provincias regitis, qui administrationibus presidetis, ut hec omnia passim et publice proponatis et iniungatis sub pena personarum et rerum, ut nullus scolaris legendi causa exire audeat extra regnum, nec infra regnum aliquis addiscere audeat alibi vel docere; et qui de regno sunt extra regnum in scolis, eorum parentibus iniungatis sub pena predicta, ut usque ad festum Sancti Michaelis proximum revertantur. Mit verschärfter Strafandrohung wiederholt in dem von Gaudenzi (wie Anm. 31) publizierten Mandat. Umgekehrt sah sich der Kaiser 1239 veranlaßt, die Einwohner feindlicher Gebiete, bes. die Lombarden, vom Studium in Neapel auszuschließen:Google Scholar
  83. 83).
    Vgl. M. Grabmann, Magister Petrus von Hibernia, der Jugendlehrer des hl. Thomas von Aquino, in Grabmann, Mittelalterl. Geistesleben 1 (München 1926 ) S. 249–265; Kan- Torowicz, Friedrich der Zweite, Ergänzungsband S. 266 ff. über Dozenten, ebenda S. 270 ff. über Studenten in staufischer Zeit. Für die Juristen grundlegend: Iuris interpretes saec. XIII, curantibus scholaribus Leidensibus duce E. M. Meijers (Neapel 1924), die Einleitung auch bei Meijers, Études 3 (wie Anm. 24) S. 149–166.Google Scholar
  84. 84).
    Ein Brief des Jordan von Sachsen aus dem Jahre 1229 bei A. Walz, Beati Iordani de Saxonia epistolae (Monumenta Ordinis Fratrum Praedicatorum 23, Rom 1951 ) Nr. 44 S. 55–58 (Text auch Chart. Univ. Paris 1 Nr. 73 S. 131 f.) nennt Magister, Baccalaurei und Studenten der Logik und beider Rechte, die aus der Lombardei, der Provence, Deutschland und den Niederlanden stammen; vgl. auch ep. 14 S. 16 f. - Friedrich II. schickte den Vercelle- sen auf deren Bitte 1238 einen iuris civilis professor, BF 2314, vgl. Kantorowicz, Friedrich II., Erg.-Bd. S. 184 f.Google Scholar
  85. 85).
    Denifle S. 281 ff., Rashdall 2 S. 13 ff.Google Scholar
  86. 86).
    Der Vercelli-Vertrag sieht noch folgende, im Text übergangene Vergünstigungen für die Scholaren vor: Die Stadt will zwei Pedelle und zwei exemplatores (Buchabschreiber) anstellen, die Scholaren von Wegzöllen befreien, durch Boten in ganz Italien für das Studium werben. Bei Streit unter den Scholaren will die Kommune neutral bleiben, wie sich die Scholaren umgekehrt verpflichten müssen, den Parteikämpfen in der Stadt fern zu bleiben, insbesondere aber jeden Schaden von der Stadt und ihrer Verfassung abzuwenden.Google Scholar
  87. 87).
    Die Kommune Bologna betrachtete, wie Hessel S. 426 betont, die Universität nur als eine Quelle ihrer wirtschaftlichen Kraft; Honorius III. dagegen suchte den Bolognesen klar zu machen, daß auch das Ansehen ihrer Stadt auf der Universität beruhe, Pressutti Nr. 2383, Text bei Rashdall 1 S. 587: „Sane cum ex studio literarum preter infinita commoda que sentitisGoogle Scholar
  88. 88).
    Das Fehlen einer universitas im Rechtssinne und damit den Unterschied gegenüber Paris hebt der berühmte Jurist in Orleans, Jaques de Revigny, in dem bei Fournier 1 S. 7 Nr. 11 abgedruckten Kommentar zu Cod. III 13,7 nachdrücklich hervor. Strenge Rechtstheorie und Wirklichkeit standen freilich oft genug im Widerstreit, wie die von Denifle S. 169 ff. zitierten Stellen zeigen, wo die Bologneser Juristen durchweg die rechtmäßige Existenz der Scholarenuniversitäten bestreiten, obwohl sie selbst großenteils einst deren Glieder waren und nun bei diesen lehren.Google Scholar
  89. 89).
    Hier sei nur auf die bei Classen (wie Anm. 1) S. 156 Anm. 2 zitierte Literatur verwiesen.Google Scholar
  90. 90).
    Kaum ein Jahr, nachdem Gregor IX. der Universität Toulouse das Recht verliehen hatte, die Lizenz ubique sine alia examinatione regendi zu erteilen (Chart. Univ. Paris 1 Nr. 99 S. 151 f. von 1233), mußte er den Parisern bestätigen, daß dies ihre eigenen Rechte nicht berühre (ebenda Nr. 101 S. 152 f.). Vgl. allgemein Kaufmann 1 S. 366 ff., Rashdall 1 S. 13 ff.Google Scholar
  91. 91).
    Vgl. Grundmann (wie Anm. 1) S. 25 ff.Google Scholar
  92. 92).
    H. Grundmann, Sacerdotium, regnum, Studium (Archiv f. Kulturgesch. 34, 1952 ) S. 5 bis 21.Google Scholar
  93. 93).
    Vgl. den anregungsreichen Vortrag von E. Hölzle, Universitätsgründungen einst und jetzt, in: Die Wissenschaftliche Vortragsgemeinschaft Konstanz (Konstanz 1962 ) S. 41–60. H. Koller, Die Universitätsgründungen des 14. Jhdts. ( Salzburger Universitätsreden 10, 1966 ).Google Scholar
  94. 94).
    Sehr nachdrücklich bringt das landesherrliche Reformationsrecht Kurfürst Philipp gegenüber Heidelberg zum Ausdruck: Es werd aber unsern halben geacht wie eß woll, so halten wir uns selbs dannocht, wie wir sin, das auch unser Studium uns dermaßen nit ußer handen gewachsen, sondern noch hüt bi tag unser Studium si, das wir auch mit mee zusehen und, wo geirrt oder mangel were, reformirn und das regiment der universitet zu besserung endern setzen und entsetzen sollen nach der gepur zu unserm und der Pfaltz gutem und gemeinem nutz, deß werden wir uns nit bald überstritten lassen. Winkelmann, UB 1 S. 199 f. Nr. 144 von 1498, vgl. G. Ritter, Die Heidelberger Universität 1 (1936) S. 481 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 1968

Authors and Affiliations

  • Peter Classen

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