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Die klinische Bedeutung des C-reaktiven Proteins

  • Gerhard Schwarz
Part of the Fortschritte der Immunitätsforschung book series (2871, volume 5)

Zusammenfassung

Es geht aus dem vorstehenden Teil „Experimentelle Untersuchungen zur Stimulation der CRP-Bildung“ hervor, daß organische und anorganische Substanzen verschiedenster Struktur in der Lage sind, die Bildung von CRP anzuregen. In der Klinik treffen wir ähnliche Verhältnisse an. Auch hier wird CRP bei vielen Krankheitszuständen nachweisbar, die ätiologisch nichts miteinander zu tun haben. Man wird an die Bedingungen der Entzündung erinnert. Wie bei der Entzündung steht auch bei der Bildung des CRP einer Vielfalt von Schädigungsmöglichkeiten, die einen Organismus treffen können, eine Monotonie der Reaktion dieses Organismus gegenüber. Wenn auch Erregerart oder chemische Struktur einer toxischen Substanz den Entzündungsablauf beeinflussen können und so zur Bildung einer mehr oder weniger spezifischen Entzündungsreaktion oder zur Bildung eines mehr oder weniger spezifischen Entzündungsgewebes führen können, so ist im Prinzip die Reizantwort eines Organismus auf eine Schädigung in der akuten Phase immer die gleiche. Der Unterschied ist wohlmehr quantitativer als qualitativer Art. Mit anderen Worten, die Akuität der Schädigung beeinflußt die Reaktion des Organismus. Wahrscheinlich entwickeln aus diesem Grunde spezifische Entzündungen ein spezifisches Entzündungsgewebe. In der akuten Phase unterscheidet sich aber die entzündliche Reaktion, die das Tuberkulose-Bakterium z. B. hervorruft, nicht von der Entzündungsreaktion banaler Erreger, wie z. B. Huebschmann*) bei seinen Tuberkulose-Studien zeigen konnte. Die Spezifität in der Reizantwort des Organismus tritt erst nach Ablauf der akuten Phase in Erscheinung, dann, wenn immunologische oder allergische Prozesse zur Bildung spezifischer Antikörper geführt haben. Diese „spezifische“ Spätreaktion auf entzündliche Reize hat weniger mit der akuten Beseitigung und Überwindung der Schädigung zu tun, als mit der Verhinderung von Reinfektionen. Daß diese spezifische Spätreaktion nicht immer zu einer Immunität, sondern gelegentlich auch zur Allergie führen kann, ist eine andere Frage. Grundsätzlich ist aber die akute Reaktion des Organismus auf entzündliche und toxische Schäden zu unterscheiden von der später erfolgenden Entwicklung einer Immunität oder Allergie. Die Reizantwort des Organismus auf den akuten Schaden ist unspezifisch, die nach Überwindung des Schadens entstehende Immunität oder Allergie ist spezifisch.

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff, Darmstadt 1963

Authors and Affiliations

  • Gerhard Schwarz
    • 1
  1. 1.Universitäts-PoliklinikHeidelbergDeutschland

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