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Der erste Tag

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Zusammenfassung

Wenn es einen Termin gibt, der nicht misslingen sollte, dann ist es dieser. Am ersten Tag entscheidet sich das Wohl und Wehe des gesamten Semesters. Deshalb ist auch zu empfehlen, den Vorbereitungsaufwand nicht gleichmäßig über den gesamten Semesterverlauf zu verteilen, sondern der ersten Veranstaltung 250 % zu widmen und den übrigen Terminen 90 % (Scholl-Buckwald 1985). Zwei wesentliche Ziele gilt es an diesem Tag zu erreichen: den „Vertrag“ mit den Studierenden abzuschließen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Wenn Sie sich noch an die Einführung erinnern – dies sind zwei der vier Qualitätsmerkmale effizienter Lehre. Unter diesem Gesichtspunkt geht es am ersten Tag um 50 % der Effizienz Ihrer Veranstaltung. Wenn Sie diese beiden Ziele nicht erreichen, können Sie das nur unter äußersten Schwierigkeiten, wenn überhaupt, im verbleibenden Semester aufholen. Schlechte Verträge später nachzubessern, ist nicht nur in Politik und Wirtschaft problematisch, sondern auch in der Hochschullehre. Beginnen Sie deshalb besser gleich mit einem guten Vertrag. Und falls Sie mit der Forschung zum ersten Eindruck vertraut sind, wissen Sie, wie mühsam es ist, nach einem negativen ersten Eindruck noch eine gute Beziehung aufzubauen. Verspielt etwa ein neuer Chef in den ersten Arbeitstagen das Vertrauen seiner Mitarbeiter, dann wird er Jahre brauchen, um seine Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Entsprechend beschwerlich wäre es für Sie, nach einem missglückten ersten Tag die Beziehung zu Ihren Studierenden zu retten.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Department of PsychologyUniversity of WisconsinMadisonUSA

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