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Pädiatrie pp 992-993 | Cite as

Ertrinkungsunfälle

  • Bendicht Peter Wagner
Chapter

Zusammenfassung

Das wesentliche pathogenetische Element bei Ertrinkungsunfällen ist das Eintauchen (Submersion) des ganzen Körpers, vor allem aber des Gesichts mit den Atemwegsöffnungen in Wasser. Wird ein Opfer tot geborgen und sind alle Wiederbelebungsversuche erfolglos, wird von Ertrinken („drowning“) gesprochen. Sind noch Vitalfunktionen vorhanden oder können solche durch eine Reanimation vielleicht auch nur vorübergehend wiederhergestellt werden, so wird dies als Beinahe-Ertrinken („near-drowning“) bezeichnet. Weiter zu unterscheiden ist die Situation, bei welcher das Gesicht des Opfers aus dem Wasser ragt, der Organismus jedoch durch kaltes Wasser massiv unterkühlt wird (Immersionshypothermie).

 Der Ablauf der Ereignisse bei einem Ertrinkungsunfall ist in Abb. 109.1 schematisch dargestellt. Entscheidend für die Prognose ist das Ausmaß der hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie (HIE). Protektiv für das Gehirn wirken die Hypothermie und der kontrovers diskutierte „diving reflex“ (Tauchreflex), negativ eine globale Sauerstoffschuld durch den Kampf gegen das Ertrinken und die Lungenschädigung durch Aspiration und Lungenödem. Eine weitere Möglichkeit bei Ertrinkungsunfällen besteht darin, dass durch Glottisschluss gar kein Wasser aspiriert wird, dass aber Einatmungsversuche gegen die geschlossene Glottis zum Lungenödem e vacuo führen können („dry drowning“). Eine wichtige Rolle für die spätere Behandlung spielt gelegentlich die große Menge von geschlucktem Wasser.

Literatur

  1. Holzer M et al. (2005) Hypothermia for neuroprotection after cardiac arrest: systematic review and individual patient data meta-analysis. Crit Care Med 33: 414–418Google Scholar
  2. Kemp AM, Sibert JR (1991) Outcome in children who nearly drown: a British Isles study. Br Med J 302:931–933CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  • Bendicht Peter Wagner
    • 1
  1. 1.Abt. für pädiatrische IntensivbehandlungUniversität Bern, InselspitalBernSchweiz

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