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Transaktionsbanking quo vadis?

  • U. Bongartz

Zusammenfassung

Der Begriff “Transaktionsbanking“ ist spätestens seit Mitte der neunziger Jahre auch in der bundesdeutschen Bankenlandschaft in aller Munde. Dabei findet sich gerade in der Praxis ein breites Spektrum von unterschiedlichen Begriffsfassungen. Im Kern der Transaktionsbanking-Begriffsfassungen, und so soll der Begriff auch im folgenden verstanden werden, steht die Verarbeitung von bankbetrieblichen Geschäftsvorfällen für Dritte, in der Regel die Abwicklung von Zahlungsverkehrs-, Kreditkarten-, Wertpapier- oder Kredit-/Darlehenstransaktionen. Die Praxis zeigt, dass die Abwicklungsleistungen unterschiedlich weit definiert werden. „(Wertpapier-)Transaktionsbanken grenzen ihr Tätigkeitsfeld dadurch ab, dass sie den Geschäftsprozess vollständig unterstützen mit Ausnahme von Beratung und Vertrieb für den Endkunden sowie von Aktivitäten, die das Eingehen eigener Handelspositionen notwendig machen würden.“1 „Eine Transaktionsbank erbringt die Leistungen des finanzwirtschaftlichen Wertschöpfungsprozesses, die auf die Vertriebsleistungen folgen, die wiederholt anfallen und als industrieller Fertigungsprozess organisierbar sind. Bei einer konsequenten Marktausrichtung ergänzt die Transaktionsbank ihre Leistungen heute durch Mehrwertdienste wie beispielsweise den Belegdruck oder Call-Center-Angebote.“2 In der erweiterten Begriffsfassung umfassen die angebotenen Abwicklungsleistungen über reine Back Office Funktionen hinaus auch Front Office Funktionalitäten oder Clearing-Funktionen. Insbesondere bei den eher traditionellen Transaktionsbanking-Dienstleistungen steht in der Regel eine Clearing-Funktion bzw. eine Kredit-/Kontrahentenfunktion eines Bankhauses im Vordergrund. Als Beispiele für diese Formen sind das Cash Management oder das Custody Geschäft zu nennen. Auch die Abwicklung von Tripartite Repos und das NCM-Clearing gehüren in diesen Bereich. In Abgrenzung dazu fokussieren neue Formen des Transaktionsbanking auf reine „Processing-Dienstleistungen“. Inhaltlich dominiert bei den neuen Formen der reine Outsourcing-Gedanke, d.h. die Verlagerung von Wertschöpfungsaktivitäten des Unternehmens auf Zulieferer. Durch die Inanspruchnahme qualifizierter, spezialisierter Dienstleister werden die Produktions-, Entwicklungs-, aber auch die Gemeinkosten des Unternehmens reduziert.3

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004

Authors and Affiliations

  • U. Bongartz

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