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Das Prinzip der kleinsten Wirkung als Angelpunkt der Planckschen Epistemologie

  • Dieter HoffmannEmail author
  • Michael Stöltzner
Chapter
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Zusammenfassung

In vielen Darstellungen des Atomismusstreits wird Plancks Epistemologie als metaphysischer Realismus schlicht einem sensualistisch gewendeten Positivismus entgegen gesetzt. Dabei wird jedoch übersehen, dass Plancks Kriterium für die Realität physikalischer Gegenstände äußerst komplex war und seinen Ausgang nicht von grundlegenden Entitäten, sondern von abstrakten Prinzipien nahm. Deren oberstes war das Prinzip der kleinsten Wirkung, das Planck geradezu als Verkörperung der Einheit des physikalischen Weltbildes betrachtete. Doch wie konnte man von einem Prinzip, dessen konkrete Anwendung noch weitere Spezifikationen erforderte und das letztlich in einem mathematisch diffizilen Argument über mögliche Welten beruhte, zu einem physikalischen Realitätskriterium kommen? Der Beitrag zeigt, dass Planck das Prinzip der kleinsten Wirkung als Ausdruck eines strukturellen Realismus betrachtete, zu dem die Annahme hinzutreten musste, dass es Naturkonstanten gibt, die absolute Eigenschaften der Welt. Plancks zweistufiges Realitätskriterium macht auch plausibel, warum er zeitlebens eher stolz darauf war, eine neue Naturkonstante entdeckt zu haben, als eine Quantentheorie der Strahlung.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2010

Authors and Affiliations

  1. 1.MPI für WissenschaftsgeschichteBerlinDeutschland

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