Pädiatrie pp 1601-1603 | Cite as

Bindungsstörungen

  • F. Theisen
  • H. Remschmidt
Chapter

Auszug

Definition, Klassifikation und Epidemiologie. Bindungsstörungen treten bei Kleinkindern und jungen Kindern auf und sind gemäß ICD-10 durch anhaltende Auffälligkeiten im Muster der sozialen Beziehungen des Kindes charakterisiert. Sie werden durch unzureichende oder traumatisierende Beziehungen in den ersten Lebensjahren, beispielsweise durch schwerwiegende Milieuschäden oder Deprivation verursacht (z. B. Kinder aus Institutionen, Kindesvernachlässigung/misshandlung, psychische oder Suchterkrankung der Betreuungsperson). Bei den Bindungsstörungen wird die gehemmte Form (Vermeidung, Rückzug) von der ungehemmten Form (nichtselektives, distanzloses, diffuses Kontaktverhalten) unterschieden. Beide Formen sind häufig mit (teils kombinierten) umschriebenen Entwicklungsstörungen (z. B. des Sprechens, der Sprache, schulischer Fertigkeiten oder motorischer Funktionen) assoziiert; primär organische Ursachen und/oder tief greifende Entwicklungsstörungen liegen jedoch nicht vor. Obwohl Bindungsstörungen in den ersten 5 Lebensjahren beginnen und die Symptomatikim Kleinkind- und Vorschulalter auftritt, sind die Betroffenen im Langzeitverlauf als Hochrisikopatienten für die Entwicklung weiterer psychischer Störungen anzusehen.

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Literatur

Copyright information

© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Authors and Affiliations

  • F. Theisen
    • 1
  • H. Remschmidt
    • 2
  1. 1.Klinik für Kinder- und JugendpsychiatriePhilipps-Universität MarburgMarburgGermany
  2. 2.Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und JugendaltersUniversität MarburgMarburgGermany

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