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Müssen Jungen überlistet werden, um sich mit dem Thema Zukunft zu beschäftigen?

  • Katharina Debus
  • Olaf Stuve
Chapter
Part of the Kinder, Kindheiten, Kindheitsforschung book series (KKK, volume 6)

Die wissenschaftliche Begleitung von Neue Wege für Jungs1 hat in den Jahren 2009-2010 im Rahmen eines mehrperspektivischen Designs unter anderem eine qualitative Untersuchung von Jungenangeboten zu den Themen Erweiterung der Berufs- und Studienfachwahl, Vervielfältigung von Rollenvorstellungen und Ausbau sozialer Kompetenzen durchgeführt. Hierbei wurden sieben Angebote teilnehmend beobachtet, teilnehmende und nichtteilnehmende Jungen sowie beteiligte Pädagog_innen und Praktikumsanbieter_innen interviewt. Leitend war die Frage nach förderlichen und hinderlichen Bedingungen für Jungenpädagogik mit einem Fokus auf handlungsleitende Männlichkeitsvorstellungen und das Beschreiten neuer Wege für Jungs. Dabei erwiesen sich Jungenbilder von Pädagog_innen als realitätsfern und hinderlich, die Jungen aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer kulturellen bzw. sozio-ökonomischen Herkunft als eingeschränkt motiviert und entwicklungsfähig wahrnahmen. Diese Haltung schlug sich unter anderem in der Figur der Spaßorientierung von Angeboten als überlistungsstrategie vermeintlich desinteressierter Jungen nieder, die den in der Untersuchung geäußerten Interessen der Jungen nicht gerecht wurde.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Katharina Debus
    • 1
  • Olaf Stuve
    • 1
  1. 1.BielefeldDeutschland

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