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Elternmitwirkung im schulrechtlichen Rahmen der Ländergesetzgebung

  • Sabine Kirk

Zusammenfassung

Elternmitwirkung ist im schulrechtlichen Rahmen bundeslandspezifisch durch Landesverfassungen und schulgesetzliche Vorgaben (Schulgesetz, Schulordnungsgesetz, Schulmitbestimmungsgesetz) sowie durch Erlasse und Verordnungen geregelt. Eine gemeinsame Grundlage für die Kooperation zwischen Elternhaus und Schule bildet das Grundgesetz. Artikel 6 Abs. 2 legt Erziehungsrecht und Erziehungspflicht der Eltern fest: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ Artikel 7 Abs. 1 zeigt die Aufgaben des Staates und damit auch der LehrerInnen auf: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“ Neben dem natürlichen Recht der Eltern und der „zuvörderst“ ihnen obliegenden Erziehungspflicht gibt es somit einen staatlichen Erziehungsauftrag. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist der staatliche Erziehungsauftrag in der Schule dem elterlichen Erziehungsrecht nicht nach- sondern gleichgeordnet (BVerfGE 34, 165, 06.12.1972). Erziehung muss – so legt es Artikel 2 des Grundgesetzes fest – das Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit berücksichtigen. Damit sind Eltern zur Erziehung verpflichtet, sie dürfen diese Aufgabe nicht an LehrerInnen delegieren, andererseits müssen auch LehrerInnen erziehen – jedoch ohne das Erziehungsrecht der Eltern zu verletzen (vgl. Sacher 2008, S. 17 ff.). Diesen Ansprüchen können beide Seiten nur durch Kooperation im Sinne einer auf Erziehungskontinuität ausgerichteten Partnerschaft gerecht werden (vgl. Keck 2001).

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Sabine Kirk
    • 1
  1. 1.Institut für ErziehungswissenschaftUniversität HildesheimHildesheim

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