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Erziehungsstile

  • Klaus A. Schneewind
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Zusammenfassung

Entsprechend dem Artikel 6 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gilt für Eltern Folgendes: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ Um ihrer elterlichen Erziehungspflicht Genüge zu leisten, bedarf es aufseiten der Eltern einer Reihe von Kompetenzen, wobei wenigstens vier Klassen von Kompetenzen unterschieden werden können (Schneewind, 2008). Es sind dies (a) selbstbezogene Kompetenzen (z.B. sich Wissen über die Entwicklung und den Umgang mit Kindern aneignen; zentrale Wertvorstellungen, eigene Bedürfnisse und Lebensziele sowie die Entwicklungsziele für ihre Kinder klären und zu Standards des eigenen Verhaltens machen; von dem Einfluss und der Wirksamkeit eigenen Handelns überzeugt sein; eigene Fehler eingestehen können, ohne sich davon entmutigen zu lassen), (b) kindbezogene Kompetenzen (z.B. auf physischem und psychischem Wege Zuneigung zeigen; empfänglich für offene oder verdeckte kindliche Bedürfnisse bzw. Nöte sein; kindliche Entwicklungspotenziale erkennen und zu ihrer Verwirklichung beitragen; kindliche Eigenständigkeit anerkennen und durch die Gewährung von Freiräumen für eigenes Handeln fördern; kindliche Kompetenzentwicklung fordern – im Sinne von Grenzen erweitern – und unangemessenes Verhalten verhindern – im Sinne von Grenzen setzen –; (c) kontextbezogene Kompetenzen (z.B. zusammen mit ihren Kindern Situationen aufsuchen oder gestalten, die für die Kinder entwicklungsförderlich sind; präventive Maßnahmen im Zusammenhang mit erwartbaren schwierigen Situationen ergreifen; positive kindliche Entwicklungsgelegenheiten ohne Beisein der Eltern arrangieren bzw. negative Entwicklungskontexte vermeiden oder entschärfen, Beziehungs- und Erziehungspartnerschaften gründen, die mit den eigenen Vorstellungen vereinbar sind); (d) handlungsbezogene Kompetenzen (z.B. Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit haben; in Übereinstimmung mit eigenen Überzeugungen entschlossen, sicher und konsistent handeln; das eigene Handeln situationsangemessen dosieren; angekündigtes Handeln auch tatsächlich umsetzen; mutig und kreativ handeln; eigenes Handeln erfahrungsgeleitet ändern und an neue Gegebenheiten anpassen).

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Klaus A. Schneewind
    • 1
  1. 1.Department Psychologie – Familienpsychologie, TransplantationspsychologieLudwig-Maximilians-Universität MünchenMünchen

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