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Methode und Verlauf der teilnehmenden Beobachtung

  • Rüdiger Lautmann
Chapter

Zusammenfassung

Die Analysen der richterlichen Entscheidung in diesem Buche stützen sich auf Beobachtungen, die der Verfasser bei Beratungen unter Richtern machen konnte. Zu diesem Zweck arbeitete er ein Jahr lang an zwei westdeutschen Gerichten als Gerichtsassessor; ein anderer Zutritt zu Urteilsberatungen stand nicht offen. Weswegen unterscheidet sich nun die hier gewählte Art der Erhebung und Auswertung von einem informativen, journalistisch gehaltenen Erlebnisbericht, etwa dem von G. Feifer über die Justiz in Moskau (1964)? Dieser Aspekt ist nicht, wie bei einer Umfrage, mit kurzen Hinweisen auf Stichprobe, Leitfaden oder Skalierung abzutun. Die teilnehmende Beobachtung ist eine noch wenig systematisierte Erhebungstechnik, ja vielleicht ist sie überhaupt keine; sie scheint eher eine Strategie zu sein, ein Forschungsunternehmen, bei dem mehrere Erhebungstechniken sich kombinieren (G. J. McCall/J. L. Simmons 1969, S. 1, 341). Diese Kombination von Techniken wird sich für jedes Projekt teilnehmender Beobachter anders darstellen, und für jedes Projekt wird daher eigens zu prüfen sein, ob die Beobachtungen brauchbare Daten liefern. Somit ist im einzelnen zu schildern: welche Rolle der Beobachter übernahm und wie er sie spielte, welche Stichprobe von Zielpersonen er zu Gesicht bekam, welche Vorgänge er beobachtete und wie er sie aufzeichnete, wie er das Feld beeinflußt haben mag und wie das Feld ihn. Die Überlegungen dieses Kapitels stehen zwar unter dem Gesichtspunkt der Methodik, sie enthalten aber auch manche Details aus dem Alltag der Justiz.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Rüdiger Lautmann

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