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Allgemeine Ansätze zur Erklärung des Umwelthandelns

  • Joseph Huber
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Zusammenfassung

Die verbreiteten handlungstheoretischen Ansätze zur Erklärung von Umweltverhalten gehören überwiegend zur Familie der Rational Choice-Theorien, unabhängig davon, ob man Handlungen funktions- oder subjektlogisch definiert. Rational Choice-Theorien sind allesamt von ökonomischem Denken geprägte Theorien sozialen Handelns, oder philosophisch gesagt, utilitaristische Verhaltenstheorien. Ihr zugrunde liegendes Menschenbild ist der Aufwand minimierende und Nutzen maximierende Homo oeconomicus (Minimax-Kalkül), auch in der reflektierten, über sich selbst aufgeklärten Version als RREEMM (Restricted Resourceful Expecting Evaluating Maximising Man). Als solcher hat er Eingang in die Soziologie gefunden. Dem reflektierten, aufgeklärt rationalen Akteur wird unterstellt, dass er seine Entscheidungen in Form von Nutzwertkalkülen trifft, die ihrerseits auf eine ausdifferenzierte Struktur von Präferenzen Bezug nimmt (Opp 2005, Kunz 2004, Esser 1993). Der Nutzen oder Vorteil einer Handlung und der damit verbundene Aufwand oder Nachteil werden eingeschätzt. Die Bewertungen für Aufwand und Nutzen, Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken werden im Sinne einer Güterabwä gung gegeneinander ‘aufgerechnet’. Ein negativer Saldo führt zu Handlungsaversion, ein positiver zu Handlungsbereitschaft, ein noch positiverer zu höherer Bereitschaft. Wie weit eine solche Handlungsaversion oder Handlungsbereitschaft sich dann in tatsächliche Handlungen umsetzt, hängt des weiteren von strukturell und situativ gegebenen Umfeldbedingungen ab – die in elaborierten Nutzenkalkülen freilich schon antizipiert sind.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Joseph Huber

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