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Forschungsfragen

  • Katja Friedrich
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Zusammenfassung

Die Widersprüche zwischen empirischer Evidenz und normativen Grundannahmen stimulieren eine lebhafte Fachdebatte, mit welchen Publikums- und Medienwirkungskonzeptionen Phänomene politischer Kommunikation angemessen modelliert werden können. Auf der theoretischen Ebene hat die Diskussion beachtliche Fortschritte bei diesen Grundkategorien politischer Wirkungsforschung ausgelöst. Fachvertreter beschreiben die Hinwendung zu neueren Publikums- und Wirkungsmodellen und deren methodische Konsequenzen sogar als „Wandel des Forschungsparadigmas“ (z. B. Schulz 2008: 174, Graber 2003: 145, Taber & Steenbergen 1995: 143). Systematisiert man die Debattenbeiträge, so sind zwei konzeptionelle Perspektiven zu erkennen: die klassische Sichtweise auf den politischen Kommunikationsprozess, die mit einer outputorientierten Forschungslogik einhergeht, und eine rezeptionsorientierte Forschungsperspektive, welche die konzeptionellen Herausforderungen des Erkenntnisfortschritts auf methodischer Ebene in einer prozessorientierten Forschungslogik umsetzt. Folgt man der Fachdebatte, so kommt den Perspektiven ein forschungsleitender Einfluss auf die empirische Umsetzung zu. Die outputorientierte Perspektive setzt bei gesellschaftlich relevanten Informationsangeboten an und macht deren Vermittlungsleistung an Wirkungen wie Informiertheit, politischen Meinungen und Einstellungen der Bevölkerung fest. Die hierfür relevanten Botschaftsmerkmale bestimmen Forschende unter Rückgriff auf die gesellschaftliche Relevanz der Medieninhalte. Dagegen nimmt die prozessorientierte Sichtweise ihren Ausgangspunkt bei den Publikumsbedürfnissen, richtet den Fokus auf die Entstehungsbedingungen politischer Medienwirkungen und erforscht die Politikvermittlungsleistung informierender und unterhaltender Fernsehangebote im Hinblick auf deren individuelle Nützlichkeit. Die Diskussion um methodische Konsequenzen gewandelter Publikums- und Wirkungsmodelle macht dabei deutlich, dass die Praxis prognostischer Inhaltsanalysen hinter dem theoretischen Erkenntnisfortschritt und den methodischen Entwicklungen bei der Messung politischer Medienwirkungen hinterherhinkt.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Katja Friedrich

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