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Konsequenzen für die empirische Forschungspraxis

  • Katja Friedrich
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Zusammenfassung

Die Fachgemeinschaft diskutiert also intensiv darüber, welche theoretischen Publikums- und Medienwirkungskonzepte der sozialen Realität angemessen sind und welche Konsequenzen sich aus dem Wandel dieser Grundannahmen für die Bewertung medialer Politikvermittlung ergeben. Fachvertreter beschreiben die mit den neueren Modellvorstellungen verbundene Sichtweise auf den politischen Kommunikationsprozess und deren Konsequenzen für die empirische Forschungspraxis sogar als einen „Wandel des Forschungsparadigmas“ (etwa Schulz 2008: 174, Graber 2003: 145, Taber & Steenbergen 1995: 143). Allerdings ist die Verwendung des Paradigmenbegriffs in diesem Kontext problematisch: Der aus der Wissenschaftssoziologie stammende Begriff steht für kohärente Forschungsprogramme, die erkenntnis-, wissenschaftstheoretische und methodologische Positionen umfassen (ein Beispiel ist der kritische Rationalismus, Popper 1994). Paradigmen sind den expliziten Regeln wissenschaftlicher Praxis vorgeschaltet und haben für Fachgemeinschaften eine unausgesprochene handlungsleitende Vorbildfunktion (Kuhn 1981: 26). Ein Paradigmenwechsel lässt sich dann beobachten, wenn zwei Wissenschaftstraditionen um diese Vorbildfunktion konkurrieren und das eine Paradigma das andere Forschungsprogramm verdrängt. Der Begriff des Paradigmenwechsels beschreibt also fundamentale Verschiebungen im Wissenschaftsgefüge. Die theoretischen Publikumskonzeptionen, Wirkungsmodelle und normativen Leistungsanforderungen, über welche Fachvertreter so intensiv diskutieren, sind hingegen gegenstandsbezogene Konstrukte; sie stellen keine kohärenten Gedankengebäude im Sinne eines kompletten Forschungsprogramms dar.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Katja Friedrich

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