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Widersprüche politischer Kommunikationsforschung

  • Katja Friedrich
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Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage, welche politischen Informationen Rezipienten aus den Massenmedien ziehen und welche Rolle diese Informationen für die individuelle politische Meinungsbildung spielen, zieht ihre gesellschaftliche Relevanz aus der normativ begründeten Notwendigkeit, dass Demokratien auf dem Prinzip der Volkssouveränität begründet sind. Politische Entscheidungen sind nur dann demokratisch legitimiert, wenn sie auf einem kollektiven Willensbildungsprozess basieren und wenn die Entscheidungsträger in regelmäßigen Abständen per Wahlakt zur Regierung auf Zeit berufen werden. Aus der Forderung nach demokratischer Legitimation durch den Bürgerwillen leiten sich normative Anforderungen an das politische Handeln der Bürger ab: Sie sollen am politischen Willensbildungsprozess in Form von Wahlentscheidungen partizipieren (Schumpeter 1993), die zur sachlichen Urteilsbildung notwendige kognitive Kompetenz entwickeln (Detjen 2000) und sich aktiv am deliberativen Diskurs beteiligen (Habermas 1992). Obwohl die demokratietheoretischen Ansätze unterschiedliche Anforderungen an die staatsbürgerliche Rolle stellen, lassen sich doch gewisse Mindestanforderungen identifizieren, die in den meisten normativen Ansätzen zu finden sind: Staatsbürger verfügen grundsätzlich über die kognitive Kompetenz, wohlüberlegte politische Meinungen zu bilden; darüber hinaus müssen sie generell an demokratischer Mitbestimmung interessiert sein. Zentrale Voraussetzung einer vernunftbegründeten Urteilsbildung ist, dass Bürger sich über politische Sachverhalte ausreichend informieren und die verschiedenen Positionen und Argumente kennen (vgl. Detjen 2000, Garding 1978, Sabine 1952).

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  • Katja Friedrich

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