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Die Vielfalt von Lebensentwürfen in „trägen Raumstrukturen“ – sind suburbane Räume erneuerungsfähig?

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Zusammenfusang

Das suburbane Wohn- und Lebensmodell, das sich in seiner klassischen Form in Deutschland in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat, gilt bis heute als zentraler Ausdruck einer fordistisch strukturierten Gesellschaft. Mit dem Fordismus verband sich dabei nicht allein eine spezifische Organisation des Produktionsprozesses, sondern ebenso die Etablierung des Normalarbeitsverhältnisses (Standardisierung von Arbeitszeiten, Einkommen und Formen der sozialen Absicherung), ein aktiver, um die Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen einer integrierten Ökonomie bemühter Staat, die „Zonierung“ (Ipsen 1987: 119) und funktionsspezifische Optimierung von Räumen sowie die Neuausrichtung der Konsumnormen hin zum massenhaften Konsum standardisierter Produkte (als erforderlichem Gegenstück zur Massenproduktion). Die auf Standardisierung von Arbeit abzielende Logik des Fordismus implizierte auch klar strukturierte Muster von Alltag, deren wichtigste Elemente die rigide Trennung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit und die feste Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern (männlicher „Haupternährer“, weibliche „Hausfrau“) waren (vgl. hierzu etwa Läpple 2005, Läpple u. a. 2010).

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Literatur

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