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Zwischen Krieg und Frieden – Oder: Der Mensch bemüht sich. Weiß die „Struktur“ es besser?

  • Hans–Georg Soeffner
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Zusammenfassung

Zum Ausgangspunkt seiner „Idee einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“ (Kant 1971: 31-50) und seiner Überlegungen zur Möglichkeit eines gewaltfreien Zusammenlebens aller Völker: zu einem friedlichen Weltbürgertum, nimmt Kant, der große – meist skeptische – Aufklärer, eine im Kern negative Anthropologie, von der er – nun nicht mehr skeptisch – hofft, dass sie zu einem guten Ende führen werde. Der Mensch, so Kant, sei von sich aus ganz und gar nicht von vornherein gut, friedlich und auf Harmonie aus. Im Gegenteil: Sein Wesen sei geprägt durch den unaufhebbaren „Antagonism“ der „ungeselligen Geselligkeit“ (ebd.: 37). Zwar habe er eine „Neigung, sich zu vergesellschaften; weil er in einem solchen Zustande sich mehr als Mensch, d.i. die Entwicklung seiner Naturanlagen“, fühle. „Er hat aber auch“, fährt Kant fort, „einen großen Hang, sich zu vereinzeln (isolieren); weil er in sich zugleich die ungesellige Eigenschaft antrifft, alles bloß nach seinen Sinnen richten zu wollen, und daher allerwärts Widerstand erwartet, so wie er von sich selbst weiß, daß er seinerseits zum Widerstande gegen andere geneigt ist. Dieser Widerstand ist es nun, welcher alle Kräfte des Menschen erweckt […], seinen Hang zur Faulheit zu überwinden, und, getrieben durch Ehrsucht, Herrschsucht oder Habsucht, sich einen Rang unter seinen Mitgenossen zu verschaffen, die er nicht wohl leiden, von denen er aber auch nicht lassen kann“ (ebd.: 38).

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Authors and Affiliations

  • Hans–Georg Soeffner

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