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‚Autonome Nationalisten‘ in Ostdeutschland

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Zusammenfassung

Vor einem Jahrzehnt wurde dem ostdeutschen Rechtsextremismus bescheinigt, er sei in der Tendenz von „Aktionen, Parolen und Gewalt“ beherrscht, während im Westen der Republik eher traditionelle Parteipolitik und die Ideologieproduktion stattfinde (Pfahl-Traughber 2000: 12). Der damals vergleichsweise schwach institutionalisierte Rechtsextremismus im Osten zog seine Anziehungskraft und Dynamik nicht etwa aus einer fein gestrickten Programmatik, sondern maßgeblich aus seinem vorpolitischen Erfolg: Der Rechtsrock und die neonazistische Jugendkultur – konkret: die rechte Skinheadszene – boomten. Rechtsextremismus in dieser Ausprägung vermittelte sich selbst, grob gefasst, kulturell, und zwar in erster Linie an junge, meist männliche Ostdeutsche. Die Hälfte aller gewaltgeneigten Naziskins in Deutschland zählte der Verfassungsschutz im Osten, obwohl dort nur ein Fünftel der Gesamtbevölkerung lebt (Pfahl-Traughber 2000: 9). Dementsprechend lag die Belastung mit rechtsextrem motivierten Gewalttaten nach Behördenzählung in allen fünf neuen Ländern weit über dem Bundesschnitt (Bundesministerium des Innern 2000: 23). Regionale Schwerpunkte waren Südbrandenburg, Süd- und Ostthüringen und Westsachsen (Pfahl-Traughber 2000: 9).

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