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Postdocphase: Bewährung in der Wissenschaftsgemeinschaft durch DFG-Forschungsstipendien

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Zusammenfassung

Das Peer-Review-Verfahren in seiner traditionellen Ausgestaltung als blind review gerät hinsichtlich der Sicherstellung von Objektivität und Gewährleistung der Universalismusnorm immer wieder in Kritik. Gleichzeitig gilt es als bestmögliche und gesicherte Institution zur Beurteilung wissenschaftlicher Leistung. Forschungsbefunde belegen jedoch bestehende Schwächen des Verfahrens hinsichtlich Fairness (Wennerås/Wold 1997), Reliabilität (Hirschauer 2004) und (prädiktiver) Validität (Bornmann/Daniel 2008). Insbesondere der Aspekt der Fairness wurde nach der Studie von Wennerås/Wold (1997), die eindrücklich Benachteiligungen für Wissenschaftlerinnen am Swedish Medical Research Center dokumentierten, in einigen jüngeren internationalen Studien für unterschiedliche Förderverfahren untersucht. Diese Befunde weisen jedoch in unterschiedliche Richtungen. Dabei wurden beim Zugang zu Fördermöglichkeiten zumeist keine eindeutigen Nachweise für eine Diskriminierung nach dem Geschlecht festgestellt (vgl. Beiträge in EC 2009). Dennoch werden subtilere Benachteiligungen für Frauen berichtet, die auf geschlechtsspezifischen Leistungszuschreibungen basieren. So wurden Frauen mit hoher Publikationsproduktivität als gute Forscher, Männer mit gleich hoher Publikationsproduktivität hingegen als exzellente Forscher angesehen. Die Förderverfahren des Swedish Medical Research Council lassen für die Förderjahre 2003 bis 2005 lediglich bei Anträgen auf Postdocstipendien eine höhere Erfolgsquote für Männer erkennen, die nicht durch das Karrierealter oder die Produktivität der Antragstellenden erklärt werden kann. Bei einem weiteren und relativ jungen Programm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden zur Erhöhung der nationalen Mobilität wurden für das erste Förderjahr für Männer und Frauen ausgeglichene Förderchancen dokumentiert (Jacobsson et al. 2007). Auch die Replikation der Studie von Wennerås und Wold aus dem Jahr 2008 liefert keine weiteren Hinweise auf geschlechtsspezifische Erfolgsquoten, obwohl das Phänomen der Vetternwirtschaft weiterhin wirksam ist (Sandström/Hällsten 2008).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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