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Einleitung

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Zusammenfassung

Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Arbeit und Subjektwerdung in der Moderne. In ihr wird nach der Bedeutung des Arbeitens für den Prozess der Subjektwerdung gefragt, durch den der einzelne Mensch in einer gemeinsam mit anderen Menschen geteilten Welt handlungsfähig wird. Dabei geht es darum, die Besonderheiten der Grundlagen und Prozesse der Subjektwerdung für diejenige Gesellschaftsform herauszuarbeiten, die in ihrer soziologischen Selbstbeschreibung vielfach als Arbeitsgesellschaft charakterisiert wird. Moderne Gesellschaften werden hier also als Gesellschaften aufgefasst, in denen die menschliche Tätigkeit des Arbeitens dominiert und im Zentrum der gesellschaftlichen Aktivitäten steht. Dies bedeutet zugleich, dass es sich bei der modernen Gesellschaft um eine historisch spezifische Gesellschaftsform handelt, in der sich ein besonderes Verhältnis von Arbeit und Subjektwerdung realisiert hat, das sie von anderen unterscheidet. Denn die Wertschätzung, die dem Arbeiten in den modernen Gesellschaften entgegengebracht wird, ist historisch betrachtet ein neues Phänomen. Sie ist das Resultat eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses, der mit der Renaissance im 16. Jahrhundert beginnt, sich aber erst mit der Industrialisierung im Verlauf des 19. Jahrhunderts umfassend realisiert hat. Zuvor war das Arbeiten nicht nur eine menschliche Tätigkeit, die in sozialer Perspektive negativ mit Mühe und Plage assoziiert wurde, und in politischer Perspektive als eine Tätigkeit begriffen wurde, die mit Unfreiheit verbunden war. Dieser Bedeutungswandel wird besonders vor dem Hintergrund der antiken Auffassung deutlich. Arbeit galt hier als die niederste menschliche Tätigkeit und war sozial mit Sklaverei verbunden. Die Befreiung von Arbeit galt in der Antike daher als eine grundlegende Bedingung für die politische Freiheit.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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