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Sekundäre Herkunftseffekte und differentielle Lernmilieus – zur Dominanz eines wiederkehrenden Musters der Erklärung der Bildungsungleichheit

  • Rolf-Torsten Kramer
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Zusammenfassung

Innerhalb der aktuell dominierenden – v. a. quantitativ ausgerichteten – ungleichheitsbezogenen Bildungsforschung finden sich nur wenige Bezüge auf Bourdieu. Es dominiert dagegen eine starke Orientierung an der rational-choice-Theorie und eine Fokussierung auf Kosten-Nutzen-Kalkulationen bei den ‚Nutzern’ (v. a. bei den Eltern von Schülern) des Bildungssystems in Anlehnung an Raymond Boudon (1974) (vgl. Georg 2006a; Vester 2006b, S. 13; Maaz/Hausen/McAlvany/Baumert 2006; Köller 2006a und b; Becker 2007; Becker/Lauterbach 2007; Maaz/Baumert/Trautwein 2010; dazu auch Helsper/Kramer/Thiersch/Ziems 2009; Kramer/Helsper/Thiersch/Ziems 2009). In diesem Kapitel werde ich die Versuche der Erklärung der Entstehung der Bildungsungleichheit anhand exemplarischer Bezüge auf repräsentative Vertreter der quantitativen empirischen Bildungsforschung vorstellen und diskutieren. Dabei beziehe ich mich auf der einen Seite auf aktuelle Publikationen des Bildungssoziologen Rolf Becker und auf der anderen Seite auf Publikationen aus dem Kontext der PISA-Studien. Wie ich zeigen werde, sind dabei zwei separierbare Perspektiven für meine Fragestellung relevant: In einem ersten Abschnitt werde ich die Überlegungen und Modellierungen zur Entstehung von Bildungsungleichheiten bei Übergängen im Bildungssystem fokussieren (2.1). Anschließend greife ich ein von Baumert und seinen Mitarbeitern im Kontext der PISA-Studien erarbeitetes Konzept der differentiellen Lern- und Entwicklungsmilieus auf, um deren Erklärungskraft für die Frage der Entstehung der Bildungsungleichheit zu prüfen (2.2). In beiden Abschnitten wird es schließlich auch darum gehen, die Anknüpfungen – oder auch Abgrenzungen – zu Bourdieu genau zu markieren und im dritten Abschnitt die (unzureichende) Bezugnahme auf Bourdieu zu bilanzieren (2.3).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Rolf-Torsten Kramer

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