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Form und Eigenschaft des chinesischen Vertrauens

  • Dominik Linggi
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Zusammenfassung

Die Bedeutung von Vertrauen für die Gesellschaft wird inzwischen nicht nur von der westlichen Forschung anerkannt, sondern stößt auch in der chinesischen Soziologie auf Zustimmung. Der Soziologe Xue Tianshan beispielsweise schreibt, Vertrauen sei die Basis der sozialen Ordnung. Ohne Vertrauen gerät das Funktionieren der Gesellschaft selbst in eine Krise, denn es fördert den sozialen Zusammenhalt, reduziert die sozialen Transaktionskosten und verbessert die Effizienz. Somit ist für Xue das Vertrauen ein grundlegendes Element für eine stabile Gesellschaft. Ein Aspekt, der wiederholt thematisiert wird, betrifft die Frage, ob die chinesische Vertrauensstruktur eine partikulare oder eine generalisierte ist. Ausgangspunkt sind dabei zumeist die Aussagen von Arthur Henderson Smith, Max Weber und Francis Fukuyama sowie weiteren westlichen Sozialwissenschaftlern, gemäß deren China eine Gesellschaft mit niedrigem Vertrauensniveau ist, in der ein partikulares, lediglich auf familiären Blutsbeziehungen basierendes Vertrauen vorherrscht und in der Fremden oder außerhalb des eigenen Familienkreises stehenden Personen nicht vertraut wird, während im Westen ein auf gemeinsamen Prinzipien beruhendes generalisiertes Vertrauen verbreitet ist. Insbesondere Max Weber und die in seiner Studie Konfuzianismus und Taoismus an mehreren Stellen im obigen Sinne geäußerte negative Einschätzung des Vertrauens in China werden von chinesischer Seite aufmerksam und zum Teil sehr kritisch rezipiert.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Dominik Linggi

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