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Die Rede von der Vertrauenskrise in China

  • Dominik Linggi
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Zusammenfassung

Im ersten Teil dieser Arbeit wurden die Ergebnisse der ländervergleichenden Umfrageforschung zu Vertrauen thematisiert, wobei insbesondere das hohe gemessene Vertrauensniveau in der VR China im Zentrum des Interesses stand. In Anbetracht dieser Befunde mag es nun zunächst erstaunen, dass chinesische Soziologinnen und Soziologen im Gegensatz dazu von einer „Vertrauenskrise“ (xinren weiji) im gegenwärtigen China sprechen, obwohl die empirischen Befunde eigentlich genau auf das Gegenteil hinweisen. Andererseits ist es angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen Chinas im 20. Jahrhundert mit dem Zusammenbruch der letzten Kaiserdynastie 1911, der brutalen Besetzung von Teilen Chinas durch Japan im Zweiten Weltkrieg, dem Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Nationalisten, sowie den diversen Kampagnen und Bewegungen seit der Gründung der Volksrepublik 1949 und dem Übergang von einer Planwirtschaft in eine dezentralisierte, markt- und exportorientierte Wirtschaft neoliberalen Zuschnitts mit gleichzeitiger autokratischer Ein-Partei-Herrschaft seit Beginn der Politik von Reform und Öffnung (gaige kaifang) im Jahr 1978 nicht überraschend, dass das Vertrauen in der chinesischen Gesellschaft – wie in anderen Gesellschaften, die tiefgreifenden Transformationsprozessen unterworfen sind – in eine Krise gerät. Im Folgenden sollen nun die Ursachen für die Entstehung der Vertrauenskrise in China und ihre Manifestationen in der Gesellschaft näher beschrieben werden, ebenso wie die von chinesischer Seite her vorgeschlagenen Maßnahmen zur Wiederherstellung des Vertrauens.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Dominik Linggi

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