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Einleitung: Berufsgewerkschaften fordern DGB und Arbeitgeber heraus

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Zusammenfassung

Der Lokführerstreik vom Spätsommer 2007 hat in weiten Teilen der Bevölkerung für Aufsehen gesorgt. Züge standen still, Reisende warteten auf Bahnsteigen oder waren vorsorglich bereits auf andere Transportmittel umgestiegen, weil die Lokführer ihre Arbeit niedergelegt hatten und einen eigenen, berufsspezifischen Tarifvertrag forderten. Die Tageszeitungen waren voll von Berichten zu Ablauf und Hintergründen des Streiks. Im Sommer 2006 hatten die Ärzte ihre Arbeit niedergelegt, wie wenige Jahre zuvor bereits die Piloten. Der Lokführerstreik verursachte allerdings einen Presserummel bislang ungekannten Ausmaßes. Das Phänomen berufsgewerkschaftlicher Streiks war im deutschen Modell bis dato vergleichsweise unbekannt, schien jedoch vor dem Hintergrund der Arbeitskämpfe der Ärzte und Piloten und des nun stattfindenden Lokführerstreiks plötzlich an Relevanz zu gewinnen. Zugleich startete auch eine wissenschaftliche Debatte über die Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung. So spekulierte Wolfgang Streeck (2006b: 151), Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, über das Aufkommen einer neuen „Arbeitnehmeraristokratie“, wenn sich einzelne Gruppen – aus einer Position der Stärke heraus – aus dem Solidaritätsverbund des Deutschen Gewerkschaftsmodells verabschiedeten. Im Zuge des Lokführerstreiks fragte der Konstanzer Politikwissenschaftler Berndt Keller (2008b), ob wir Zeugen einer „Renaissance von Berufsverbänden“ werden.

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