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Ungleichheitsdesorientierte Sozialisationsforschung – Ein Zwischenfazit

  • Ullrich Bauer
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Zusammenfassung

Die Beiträge zum Gegenstand Sozialisation und Ungleichheit, die seit den 1980er Jahren den Forschungsstand der schichtspezifischen Sozialisationsforschung abgelöst haben, sind aus heutiger Sicht selbst diskussionswürdig. Dafür steht – wie gezeigt – eine Vielzahl der Beiträge der neueren Sozialisationsforschung. Und selbst das Modell des produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts Klaus Hurrelmanns, das für uns in so vielerlei Hinsicht noch heute eine wichtige erkenntnisleitende Funktion besitzt, ist von einer solchen zweifelnden Perspektive nicht ausgenommen. Dieses steht für eine Forschungsperspektive, die in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten auf die Sozialisations-, Kindheits- und Jugendforschung erheblich Einfluss genommen hat (Griese 2000). Die Umrisse dieser Perspektive bilden einen Erklärungsrahmen methodischer und methodologischer Überlegungen, die den Sozialisationsprozess aus einer mikro-, meso- und makroanalytischen Perspektive fokussieren sollen. Im Mittelpunkt steht hierbei (s. Abb. 10) das Sozialisationsmodell der produktiven Realitätsverarbeitung. Dieses umfasst die grundlegende Reformulierung theoriegeschichtlich älterer Annahmen über die Stellung und Bedeutung der Heranwachsenden selbst im Verlauf ihrer Sozialisation. Dieser Theoriestandpunkt ist in recht exemplarischer Hinsicht als Ausdruck eines wissenschaftlichen Zeitgeistes anzusehen. In diesem Fall als Ausdruck der Revision strukturfunktionalistischer integrationslastiger Ansätze, die insbesondere an die Tradition Talcott Parsons und der schichtspezifischen Sozialisationsforschung anschließen. Gegenüber der Dominanz anpassungsmechanistischer Vorstellungen setzten sich im deutschsprachigen Diskurs schon mit Jürgen Habermas, den VertreterInnen der „kritischen Rollentheorie“ und dann vor allem mit den Reformern des Sozialisationsparadigmas in den 1980er Jahren Konzeptionen durch, in denen der/die Einzelne (der „subjektive Faktor“) nicht lediglich als Residualkategorie kausalanalytischer Ableitungen fungiert.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011

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  • Ullrich Bauer

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