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Change Management an Hochschulen

Zu den Potentialen des Coaching einer Expertenorganisation
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Obgleich den deutschen Hochschulen seit langer Zeit eine hartnäckige Reformresistenz unterstellt wird (vgl. z. B. Thieme 2002), befindet sich derzeit das gesamte deutsche Wissenschafts- und tertiäre Bildungssystem in einem enormen Restrukturierungs- und Reformierungsprozess. Dass dieser Reformprozess in Gang gekommen ist, liegt aber sicherlich nicht an dem Reformwillen und Reformanstoß der Mehrheit der Hochschulen und deren Lehrenden; liegt also weniger an einer interner Steuerungsleistung. Vielmehr kommt die Reform der Hochschulen als von Außen verordneter Bologna-Prozess daher, der das tradierte, auf Humboldt zurückgehende Selbstverständnis von Universität und von vielen Lehrenden zunächst zu einer grundlegenden Reform ihrer internalisierten Werte und Normen auffordert. Dies ist inzwischen kein Geheimnis mehr, sondern gar in Medien der Öffentlichkeit mitgeteilt worden. So war zum Beispiel in 2002 im Spiegel Online zu lesen: „Von den sagenhaften Eigenschaften der Hochschule, die Wilhelm von Humboldt im Jahr 1809 entwarf, ist an den Unis von heute nichts mehr zu finden. Die inspirierende Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden? Kaum möglich, wenn in Massenfächern wie Jura oder Betriebswirtschaft [oder mancherorts nunmehr auch Sozialwissenschaften; d. Verf.] 1000 Studenten in Hörsaalbänken und auf dem Fußboden sitzen, um einer Einführungsvorlesung zu lauschen. Einheit von Forschung und Lehre? Bis ein Student sich durch die Wirren des Grundstudiums gekämpft hat und erstmals mit der Forschung in Berührung kommt, vergehen zumeist Jahre. Und für viele Professoren sind die Studenten lediglich eine lästige Randerscheinung der Universität, nur an der Hochschule, um sie von ihrer eigentlichen Aufgabe, der Forschung, abzuhalten.“ (Hielscher/Koch/Schmidt 2002)

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