Advertisement

Kinderarmut pp 182-199 | Cite as

‚Frühe Hilfen‘ für entwicklungsgefährdete Kinder in Armutslagen

Chapter

Zusammenfassung

Das gegenwärtig wieder stärker in den Blickder Öffentlichkeit gerückte Thema Armut und Benachteiligung von Kindern findet auchin der Frühförderung seit Jahren eine hohe Beachtung (z.B. Klein 2002; Weiß 2000). Offensichtlichist die Zahl der Kinder mit primär psychosozialen Entwick- lungsgefährdungen, bei denen auchArmutsfaktoren eine bedeutsame Rolle spielen, gestiegen. Dadurchlastet auf dem System Frühförderung ein wachsender Handlungsdruck, der sichz.B. in einer hohen Nachfrage von Frühförder-Fachpersonen nachtragfähigen Handlungsorientierungen widerspiegelt. Aber auchganz grundsätzlichstellt sichdie Frage, was Kinderarmut als zunehmendes gesellschaft liches Problem (vgl. BMGS 2005; UNICEF-Studie; www.unicef.de/kinderarmut) für das System Frühförderung bedeutet, wie es darauf reagieren kann und sollte. Drei Aspekte dieser komplexen Frage seien angesprochen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Barnett, W. St. (2000): Exonomics of early childhood intervention. In: Shonkoff, J. P. Meisels, S. J. (eds.): Handbook of early childhood intervention. 2nd ed. Cambridge, 589–610 Google Scholar
  2. Beyersmann, Inge (2000): Beratung für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in einem sozialen Brennpunkt im Rahmen von Netzwerkstrukturen. In: Frühförderung interdisziplinär 19, 10–22 Google Scholar
  3. Blum-Maurice, Renate/Bächer, Korinna (2003): Chancen und Notwendigkeit früher Prävention in psychosozial belasteten Familien – Das Projekt „Frühe Kindheit“ des Kinderschutz-Zentrums Köln. Frühförderung interdisziplinär 22, 121–127 Google Scholar
  4. BMFSFJ (Hrsg.) (2002): Elfter Kinder- und Jugendbericht. Bonn Google Scholar
  5. BMGS (Hrsg.) (2005): Lebenslagen in Deutschland. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin. Google Scholar
  6. Bowlby, John (1988): A secure base: Parent-child attachment and healthy human development. London Google Scholar
  7. Burgener Woeffray, Andrea/Jenny-Fuchs, Elisabeth (1999): Das Nein in der Früherziehung: Mut zur Lücke, damit etwas Neues entstehen kann. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 68, 13–22 Google Scholar
  8. Burgener Woeffray, Andrea/Eisner-Binkert, Brigitte (2006): Vom ungeklärten Verhältnis der Heilpädagogischen Früherziehung zu entwicklungsgefährdeten Kindern im Vorschulalter. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, Heft 2, 10–16 Google Scholar
  9. DJI (2004): Schrittfür Schritt– Opstapje. Ein Frühförderprogramm für 2–4-jährige Kinder aus sozial benachteiligten Familien. München Google Scholar
  10. Duncan, Greg J./Brooks-Gunn, Jeanne (eds.) (1997): Consequences of growing up poor. New York Google Scholar
  11. Friedrichs, Dirk (2004): Strukturelle und administrative Voraussetzungen bei der Umsetzung präventiver Hilfen. In: Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Soziale Frühwarnsysteme – Frühe Hilfen für Familien (Red.: ISA Münster), 70–78 Google Scholar
  12. Goldbrunner, Hans (1992): Arbeit mit Problemfamilien. 3. Aufl . Mainz Google Scholar
  13. Halpern, Robert (2000): Early childhood intervention for low-income children and families. In: Shonkoff, J. P./Meisels, S. J. (eds.): Handbook of early childhood intervention. 2nd ed. Cambridge, 361–386 Google Scholar
  14. Hock, Beate/Holz, Gerda/Wüstendörfer, Werner (2000): Frühe Folgen – langfristige Konsequenzen? Armut und Benachteiligung im Vorschulalter. Frankfurt/Main Google Scholar
  15. Klein, Gerhard (1999): Soziale Benachteiligung – eine Herausforderung an die Sonderpädagogik in der Frühförderung. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 68, 1–12 Google Scholar
  16. Klein, Gerhard. (2002): Frühförderung für Kinder mit psychosozialen Risiken. Stuttgart Google Scholar
  17. Knie, Johann G. (1837): Pädagogische Reise durchDeutschland im Sommer 1835, auf der ichelf Blinden-, verschiedene Taubstummen-, Armen-, Straf- und Waisenanstalten besucht und nach- folgende Blätter beschrieben habe. Stuttgart, Tübingen (NachdruckWürzburg 1994) Google Scholar
  18. Köckeritz, Christine (2005): Hilfen zur Erziehung als Hilfen zur Entwicklung? In: Frühförderung interdisziplinär (Veröff. in Vorb.) Google Scholar
  19. Kühl, Jürgen (2003): Kann das Konzept der „Resilienz“ die Handlungsperspektiven in der Frühförderung erweitern? Frühförderung interdisziplinär 22, 51–60 Google Scholar
  20. Langness, Anja (2007): Prävention bei sozial benachteiligten Kindern: eine Studie zur Inanspruch- nahme von Früherkennungsuntersuchungen. Bern Google Scholar
  21. Mayr, Toni (2000): Entwicklungsrisiken bei armen und sozial benachteiligten Kindern und die Wirksamkeit früher Hilfen. In: Weiß, H. (Hrsg.): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München, Basel, 142–163 Google Scholar
  22. Mielck, Andreas (1998): Armut und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen: Ergebnisse der sozial- epidemiologischen Forschung in Deutschland. In: Klocke, A./Hurrelmann, K. (Hrsg.): Kinder und Jugendliche in Armut. Opladen, Wiesbaden, 225–249 Google Scholar
  23. Naggl, Monika/Thurmair, Martin (2000): Frühförderung für Kinder in Armutslagen: Handlungsmöglichkeiten und bewährte Praxis. In: Weiß, H. (Hrsg.): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München, Basel, 209–235 Google Scholar
  24. Nolte, Paul (2003): Das große Fressen. Nicht Armut ist das Hauptproblem der Unterschicht. Sondern der massenhafte Konsum von Fast Food und TV. Die Zeit vom 17.12.2003, Nr. 52, 9 Google Scholar
  25. Papoušek, Mechthild (1997): Entwicklungsdynamik und Prävention früher Störungen der Eltern- Kind-Beziehungen. Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie 28, 93, 5–30 Google Scholar
  26. Reynolds, Arthur J./Temple, Judy A./Robertson, Dylan L./Mann, Emily A. (2001): Long-term effects of an early childhood intervention on educational achievement an juvenile arrest. JAMA 285, 18, 2339–2346 CrossRefGoogle Scholar
  27. Rödler, Ines (1997): Pädagogik allein genügt nicht. Frühförderung interdisziplinär 16, 82–87 Google Scholar
  28. Rutschky, Katharina (2003): Oliver Twist im Zeitalter der Kuschelpädagogik. Frankfurter Rundschau vom 12.9.2003, Nr. 213, 12 Google Scholar
  29. Sarimski, Klaus (2000): Frühgeburt als Herausforderung. Göttingen, Bern, Toronto Google Scholar
  30. Schmidt, Martin H./Esser, Günter/Laucht, Manfred (1997): Die Entwicklung nachbiologischen und psychosozialen Risiken in der frühen Kindheit. In: Leyendecker, Ch./Horstmann, T. (Hrsg.): Frühförderung und Frühbehandlung. Heidelberg, 174–191 Google Scholar
  31. Schone, Reinhold/Gintzel, Ullrich/Jordan, Erwin/Kalscheuer, Mareile/Münder, Johannes (1997): Kinder in Not. Vernachlässigung im frühen Kindesalter und Perspektiven sozialer Armut. Münster Google Scholar
  32. Schorr, Lisbeth B. (1988): Within our reach: Breaking the cycle of disadvantage. Doubleday, New York Google Scholar
  33. Schwarzbach, Brigitte (1998): “Quo vadis, Frühförderung?“ Frühförderung interdisziplinär 17, 72–80 Google Scholar
  34. Seitz, Victoria/Apfel, Nancy H. (1994): Parent-focused intervention: Diffusion effects on siblings. Child Development 56, 376–391 CrossRefGoogle Scholar
  35. Seus-Seberich, Elfriede (2000): Erziehungsberatung zwischen Therapie und Prävention. Ein gemeindepsychologischer Zugang zur Beratungspraxis am Beispiel des Münchner SOS-Beratungsund Familienzentrums. Frühförderung interdisziplinär 19, 30–38 Google Scholar
  36. Siegrist, Johannes (2002): Gefährdete Gesundheit bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen: Was wissen wir, was können wir tun? In: Regiestelle E&C der Stiftung SPI: E&C-Fach- forum „Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten“, 4. und 5. Juni 2002, 11–15 (zit. nachder elektronischen Fassung: www.eundc.de )
  37. Skoluda, Susanne/Holz, Gerda (2003): Armut im frühen Kindesalter – Lebenssituation und Ressourcen der Kinder. Frühförderung interdisziplinär 22, 111–120 Google Scholar
  38. Thiersch, Hans (1986): Die Erfahrung der Wirklichkeit. Perspektiven einer alltagsorientierten Sozialpädagogik. Weinheim, München Google Scholar
  39. Weiß, Hans (1998): Kinderarmut als Entwicklungsrisiko: Wo bleibt die Frühförderung. In: Frühförderung interdisziplinär, 17, 81–88 Google Scholar
  40. Weiß, Hans (2000): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München, Basel Google Scholar
  41. Weiß, Hans (2005): „Nachunten sehen“: Armut und Benachteiligung in der aktuellen Diskussion – Herausforderungen für familienorientierte ‚frühe Hilfen‘. In: Hiller, G. G./Jauch, P. (Hrsg.): Akzeptiert als fremd und anders. Pädagogische Beiträge zu einer Kultur des Respekts. Langenau-Ulm, 188–198 Google Scholar
  42. Weiß, Hans (2007): Was brauchen kleine Kinder und ihre Familien. In: Frühförderung interdisziplinär 26, 78–86 Google Scholar
  43. Weiß, Hans/Neuhäuser, Gerhard/Sohns, Armin (2004): Soziale Arbeit in der Frühförderung und Sozialpädiatrie. München, Basel Google Scholar
  44. Werner, Emmy (1997): Gefährdete Kindheit in der Moderne: Protektive Faktoren. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 66, 192–203 Google Scholar
  45. Wolff, Reinhard (2002): Kindesvernachlässigung – Entwicklungsbedürfnisse und die fachlichen Aufgaben der Jugendhilfe. In: Zenz, Winfried M./Bächer, Korinna/Blum-Maurice, Renate (Hrsg.): Die vergessenen Kinder. Vernachlässigung, Armut und Unterversorgung in Deutschland. Köln, 70–87 Google Scholar
  46. Ziegenhain, Ute/Fegert, Jörg M. (2009): Interdisziplinäre Kooperation und Vernetzung für eine verbesserte Prävention im Kinderschutz. In: Frühförderung intersidziplinär 28, 71–81 Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations