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Religionsunterricht und Religionsfreiheit: juristische, politische und pädagogische Perspektiven

  • Joachim Willems

Zusammenfassung

Verfolgt man die religionspädagogischen Diskussionen der letzten Jahre, so fällt auf, dass von Religionsfreiheit selten die Rede ist. Anders ist es in politischen Diskursen um Religion in der Schule. Einige der kontroversen religionspolitischen Themen der letzten Jahre betrafen die Schule (Kruzifixurteil, Kopftuchstreit, Einführung des Faches Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde in Brandenburg; vgl. R. Schieder 2001). Auch in der Auseinandersetzung um die Einführung des Pflichtfaches Ethik in Berlin bezogen sich beide Parteien – die Befürworter des Pflichtfaches und die Befürworter einer Fächergruppe Religion/Ethik – argumentativ implizit oder explizit auf Religionsfreiheit. Den einen war dabei Religion, die nicht nur als distanzierter Gegenstand der unterrichtlichen Betrachtung in den Blick kommt, per se suspekt. So gab der SPIEGEL die Meinung der Berliner SPD-Abgeordneten Carola Freundl wieder, sie wolle „den Katholiken ‚nicht absprechen, dass sie auch Werte haben‘, aber das ‚sind nicht die Werte, die ich mit Schülern diskutiert haben will.‘ Für gelebten Glauben und Indoktrination sei an Schulen kein Platz“ (R. Heinemann 2005).

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Joachim Willems
    • 1
  1. 1.Seminar für Praktische TheologieHumboldt-UniversitätBerlin

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