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Zwischen »Kampf« und »Rendezvous« der Kulturen. Der Islam im sozialwissenschaftlichen Diskurs – Konsequenzen für die Kindheits- und Jugendforschung

  • Arne Schäfer

Zusammenfassung

Kaum ein anderes Buch hat in der Diskussion über die Neuordnung der Welt nach dem Zusammenbruch der staatssozialistischen Regimes in Osteuropa und dem Ende des Kalten Krieges mehr Aufsehen erregt als Samuel P. Huntingtons »Kampf der Kulturen« (1997). Wenngleich die Diskussion in den letzten Jahren etwas abgeebbt ist, werden Huntingtons Behauptungen auch heute noch in Öffentlichkeit und Wissenschaft (vgl. z.B. Todd/Courbage 2008; Sen 2007) kontrovers diskutiert. Die Debatte um seine Auffassung vom »Kampf der Kulturen« als neues Paradigma von Weltpolitik und weltweiten Konflikten gehört zu den »sicherlich bekanntesten und vielleicht auch wichtigsten politikwissenschaftlichen Auseinandersetzung(en) der 1990er-Jahre […]« (Metzinger 2000: 8). Die Bedeutung geht aber weit über die Disziplin der Politikwissenschaft hinaus. Huntington hat mit seinen Thesen in hohem Maße die öffentliche und die sozialwissenschaftliche Diskussion über die globale Bedeutung des Islams und das Zusammenleben von »westlicher« und »nicht-westlicher« Welt seit Mitte der 1990er-Jahre beeinflusst und lieferte die »einflussreichste Weltdeutung der Post- 89er-Ära« (Misik 2008: 1).

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Authors and Affiliations

  • Arne Schäfer

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