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Das Verhältnis von öffentlicher Verwaltung und öffentlicher Meinung im demokratischen politischen System Deutschlands

  • Edwin Czerwick

Zusammenfassung

Demokratie setzt Öffentlichkeit voraus (Habermas 1990; Fraenkel 1991: 236–237), die wiederum eine Bedingung für die Ausbildung einer öffentlichen Meinung ist. Von daher bestehen zwischen Demokratie, Öffentlichkeit und öffentlicher bzw. veröffentlichter Meinung vielfältige Abhängigkeiten und Wechselwirkungen (Klier 1990). Öffentlichkeit lässt sich demokratietheoretisch in idealtypischer Weise als der Raum bezeichnen, in dem sich die Mitglieder eines Gemeinwesens über die gesellschaftlich anzustrebenden Ziele, die darauf bezogene Verteilung knapper Güter und Werte sowie über die dabei anzuwendenden Verfahren und zu treffenden Entscheidungen in ungezwungener Form diskursiv auseinandersetzen (sollen) (Peters 1994). Natürlich muss eine solche „idealtypische“ Vorstellung von Öffentlichkeit durch eine „realistische“ Betrachtungsweise ergänzt werden, die darauf abhebt, dass Öffentlichkeit im Wesentlichen von den kommunikativen Aktivitäten der Medien, der Parteien und Verbände sowie von den Regierungen geprägt wird.

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  • Edwin Czerwick

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