Advertisement

Gesprächsanalyse in interkulturellen Trainings

  • Peter Jandok

Zusammenfassung

Seit ungefähr zehn Jahren versuchen Wissenschaftler, die Gesprächsforschung in interkulturellen Qualifizierungsmaßnahmen praxisorientiert zu etablieren. Mit den theoretischen Hintergründen der Funktionalen Pragmatik oder der Konversationsanalyse finden sich mittlerweile zahlreiche entsprechende Projektberichte, die häufig in Hochschulen (Berkenbusch 2009; vgl. Helmolt 2007) oder Behörden (Liedke et al. 1999; Lambertini / ten Thije 2004) institutionell verankert sind. Die Fokussierung auf diese Handlungsräume kann mit dem nicht unerheblichen Arbeitsaufwand, der mit einem gesprächsanalytischen Vorgehen in interkulturellen Trainings verbunden ist, erklärt werden. Die genannten Forschungsarbeiten spiegeln zum einen die zahlreichen anwendungsbezogenen aktuellen empirischen Ergebnisse aus der angewandten Linguistik wider; zum anderen wenden sie sich als alternatives oder komplementäres Angebot an die derzeit noch immer vorherrschende Stellung psychologischer und anthropologischer Konzepte in interkulturellen Trainings. Der organisatorische und inhaltliche Ablauf eines gesprächsanalytischen Trainings soll im Folgenden beschrieben werden. Im Anschluss daran wird ein Modul aus einem Training für Studierende skizziert, in dem die vorgestellten Ziele und Abläufe praxisnah umgesetzt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Becker-Mrotzek, M. / Brünner, G. (2002): Simulation authentischer Fälle (SAF). In: Brünner, G. / Fiehler, R. / Kindt, W. (Hg.): Angewandte Diskursforschung Bd. 2: Methoden und Anwendungsbereiche. 72–80. Radolfzell: Verlag für Gesprächsforschung.Google Scholar
  2. Berkenbusch, G. (2009): Konversationsanalyse als methodischer Zugang zum interkulturellen Lernen – Bericht über ein extracurriculares Projekt zum forschenden Lernen [34 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 10(1), Art. 33. URL: nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0901335 [letzter Zugriff: 05. 08. 2009].
  3. Bosse, E. (im Druck): Interkulturelle Qualifizierungsangebote für Studierende: mehrstufig, studienbegleitend und nachhaltig. In: Eß, O. (Hg.): Handbuch interkulturelle Handlungskompetenz. Münster: Waxmann.Google Scholar
  4. Helmolt, K. v. (2007): Interkulturelles Training: Linguistische Ansätze. In: Straub, J. / Weidemann, A. / Weidemann, D. (Hg.): Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz. Grundbegriffe – Theorien – Anwendungsfelder. 763–773. Stuttgart, Weimar: Metzler.Google Scholar
  5. Jandok, P. (2008a): Vermittlung interkultureller Kompetenzen mit linguistischen Mitteln oder: Wann waren Sie eigentlich zum letzten Mal direkt?. In: Mondial. SIETAR Journal für interkulturelle Perspektiven 1/08. 24–26.Google Scholar
  6. Jandok, P. (2008b): Deutsch-chinesische Interaktion. Eine Sechs-Minuten-Analyse interkultureller Kommunikation und der Nutzen für den Chinesisch-als-Fremdsprache-Unterricht. In: CHUN – Chinesischunterricht. 23. 27–47.Google Scholar
  7. Lambertini, L. / ten Thije, J. D. (2004): Die Vermittlung interkulturellen Handlungswissens mittels der Simulation authentischer Fälle. In: Becker-Mrotzek, M. / Brünner, G. (Hg.): Analyse und Vermittlung von Gesprächskompetenz. 175–198. Radolfzell: Verlag für Gesprächsforschung.Google Scholar
  8. Liedke, M. / Redder, A. / Scheiter, S. (1999): Interkulturelles Handeln lehren – ein diskursanalytischer Trainingsansatz. In: Brünner, G. / Fiehler, R. / Kindt, W (Hg.): Angewandte Diskursforschung Bd. 2: Methoden und Anwendungsbereiche. 148–179. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  9. Müller-Jacquier, B. (2000): Linguistic Awareness of Cultures. Grundlagen eines Trainingsmoduls. In: Bolten, J. (Hg.): Studien zur internationalen Unternehmenskommunikation. 20–49. Leipzig: Popp.Google Scholar
  10. Schroll-Machl, S. (2002): Die Deutschen – Wir Deutsche. Fremdwahrnehmung und Selbstsicht im Berufsleben. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Peter Jandok

There are no affiliations available

Personalised recommendations