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Der Alltag der Mediatisierung: Eine Skizze zu den praxistheoretischen Herausforderungen der Mediatisierung des kommunikativen Handelns

  • Udo Göttlich

Zusammenfassung

Der Einfluss der Medien auf den Alltag ist in den letzten Jahren mit unterschiedlichen Zugängen verfolgt worden. Das von Friedrich Krotz entwickelte und vertretene Konzept der Mediatisierung beinhaltet eine spezifische handlungstheoretische Konzeption, die an Positionen des symbolischen Interaktionismus anschließt und Mediatisierung als Metaprozess behandelt, der Alltag und Kommunikation gleichermaßen durchdringt und betrifft. Mit Mediatisierung sind sieben eng miteinander verbundene Prozesse angesprochen: Ausgehend von der a) Allgegenwart der Medien zielt das Konzept b) auf die Folgen der Veralltäglichung medienvermittelter interpersonaler Kommunikation, die sich ergeben durch c) unterschiedliche Formen des Eindringens der Medien in den Alltag sowie d) durch die damit verbundenen Vermischungen kommunikativer Formen, die gerahmt werden e) von der immer stärkeren Alltagsbezogenheit medialer Inhalte und der f) gestiegenen Orientierungsfunktion der Medien, die spezifische g) Konsequenzen für Alltag und Identität sowie die Kultur und Gesellschaft mit sich bringt (vgl. Krotz 2001: 34f.). Die Ausprägung dieser miteinander verbundenen Prozesse dürfte im „Alltag der Mediatisierung“ bei unterschiedlichen Sozial- wie Altersgruppen aber auch in verschiedenen Kulturen sowie im historischen Prozess erheblich variieren und stellt die Medien- und Kommunikationswissenschaft daher vor ein Bündel neuer Fragen und Probleme, die bis hinein in die Theoriebildung reichen.

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  • Udo Göttlich

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