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Kultur pp 7-19 | Cite as

Einleitung

  • Stefan Lüddemann

Zusammenfassung

Kultur hat Konjunktur. Dies betrifft Kultur als Betrieb, als Begriff und schließlich als leitende Vorstellung, die helfen soll, eine unübersichtliche Gegenwart zu ordnen. Zunächst kommt Kultur als Oberflächenphänomen eines expandierenden, zunehmend vernetzten und medial abstrahlenden Betriebes in den Blick. Dieser Betrieb ist als Szene zu einem eigenständigen sozialen Biotop, als Produktionsfaktor zu einer relevanten Branche im ökonomischen System und als mediale Projektionsfläche zu einer ebenso relevanten wie fluktuierenden Sinninstanz avanciert. Faszinationskraft entwickelt der Kulturbegriff, weil er allgegenwärtig und grenzenlos kombinierbar erscheint. Es gibt beinahe nichts, was nicht auch unter dem Aspekt der Kultur betrachtet werden könnte. Wir kennen politische Kultur ebenso wie die Kultur des Weinbaus, des Wohnens, Tisch- und Esskultur, eine Kultur des Zuhörens – von Hoch- und Massenkultur, von vielen anderen denkbaren „Kulturen“ ganz zu schweigen. Zu dieser semantischen Elastizität verhilft dem Begriff die Eigenschaft, sowohl Produkte wie Prozesse umgreifen zu können, als auch durchgehend an Werten orientiert und damit interpretationsbedürftig zu sein (vgl. Fisch 1992: 680f.).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Stefan Lüddemann

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