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Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jugendhilfe – sozialgeographische Konkretisierungen

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Zusammenfassung

„Aller Ortes findet derzeit eine erstaunliche Wiederentdeckung des Sozialraums statt und man tut so, als sei nunmehr das Ei des Kolumbus erfunden worden“ (Prölß 2000, S. 141). Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jugendhilfe ist in Mode! Bei der derzeit im Rahmen von sozialer Stadterneuerung, Jugendhilfeplanung und Neustrukturierung Sozialer Dienste stattfindenden Diskussion um ‚Sozialraum‘ und ‚Sozialraumorientierung‘ wird jedoch häufig übersehen, dass diese Diskussion alles andere als neu ist. Es lässt sich eine lange Geschichte sozialräumlicher Forschung entlang des 20. Jahrhunderts aufzeigen. Außerdem ist in der Diskussion ein Mangel an Differenzierung von Raumkonzepten und Raumbegriffen sowie ein Diskurs über die ‚Grenzen des Sozialraums‘ zu beklagen (vgl. Projekt Netzwerke im Stadtteil 2005). Oft geht es in den zahlreichen Beiträgen letztlich darum, wie denn der ‚Sozialraum‘ geschnitten werden soll, damit die soziale Arbeit effizienter gestaltet werden kann. So schreibt zum Beispiel Wolfgang Hinte, der mit seinem Sozialraumkonzept an die Gemeinwesenarbeitstradition anknüpft, dass soziale Arbeit in Institutionen zu organisieren und methodisch zu praktizieren [ist] – und zwar immer mit Blick auf den Stadtteil (eine überschaubare sozialräumliche Einheit mit ca. 4.000 – 10.000 BewohnerInnen) als den sichtbaren Ort der Folgen gesamtgesellschaftlicher Prozesse und Versäumnisse (Hinte 2001, S. 234).

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