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Der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I – theoretischer und empirischer Bezugsrahmen

  • Rolf-Torsten Kramer
  • Werner Helsper
  • Sven Thiersch
  • Carolin Ziems
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Zusammenfassung

Das Bildungssystem definiert mit seinen institutionellen Regelungen und Verfahren die Struktur des Bildungsangebots, d. h. es legt die Zugangs-, Bewertungs- und Selektionskriterien fest (vgl. Solga/Wagner 2007, S. 187). Diese selektive Struktur ist für das Schulsystem über alle nationalen Unterschiede hinweg kennzeichnend. Sie kann als ein wesentliches Merkmal der Universalisierung der Schule als einer Instanz modernisierter Gesellschaften verstanden werden. Damit wird der Zugang zu Positionen und Gratifikationen – zumindest vom Anspruch her – nicht mehr nach Stand und Herkunft, sondern nach individuell zu erbringender und zuzurechnender Leistung und deren gerechter, universalistischen Maßstäben gehorchender Bewertung geregelt (vgl. Fend 1981; 2006; Adick 2008). Im deutschen Schulsystem ist diese selektive Struktur allerdings im internationalen Vergleich besonders deutlich ausgeprägt (vgl. Deutsches PISAKonsortium 2001; Fend 2004; BMBF 2003): Es gehört zu jenen Schulsystemen, die sehr früh die gemeinsame Beschulung von Kindern beendet und die Schülerinnen und Schüler stark segregierten Schulformen zuweist. Nach der einheitlichen Grundschule bis zum vierten Schuljahr als gemeinsamen Sockel verliert das System seine Übersichtlichkeit, differenziert sich dreigliedrig aus und es kommt zu einer strukturell verankerten, frühen Sortierung von Kindern auf unterschiedlich anspruchsvolle und perspektivenreiche Bildungswege. Der frühe Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I ist damit eines der zentralen Strukturmerkmale des deutschen Bildungssystems mit weit reichenden Folgen für die Schülerbiografie von Kindern.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

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  • Rolf-Torsten Kramer
  • Werner Helsper
  • Sven Thiersch
  • Carolin Ziems

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