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Die kontinuierliche Institutionalisierung von Recht

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Auszug

Das Recht in modernen Rechtsstaaten gilt vielen Beobachtern als die Welt des Normativen und der Verlässlichkeit par excellence (L é vy-Bruhl 1970: 24), zumal nachdem Religion und Moral als überragende, allzuständige Sinn- und Werthorizonte und Normensysteme kontingent oder zumindest diffuser geworden sind (vgl. u. a. Bauman 1995, 2000; Beck 1993; Bergmann/Luckmann 1999; Geiger 1987; Giddens 1996; Hoffmann-Riem 2001; Joas 2004; Luckmann 1998; Vossenkuhl/Sellmaier 2001). Die vorliegende Studie hat ergeben, dass es Sinn macht, › das Recht 9 als Verlaufsphänomen zu betrachten: als (über eine Zeit) zwar besonders stabiles, doch zugleich dynamisches soziales Konstrukt. Recht, Gesetze und andere Normen werden in der jeweiligen Praxis sowohl stabilisiert als auch destabilisiert, um zu etwas anderem in Bezug gesetzt werden zu können und zugleich Verbindlichkeit zu gewährleisten (vgl. Luckmann 2002: 110). Der Begriff der › Institutionalisierung 9 ist darauf angelegt, solche Prozesse zu beschreiben. Wenn mit dem qualifizierenden Zusatz » kontinuierlich « der permanent fortlaufende Charakter des fraglichen Prozesses betont wird, so deshalb, weil allzu oft › das Recht 9 lediglich als Institution und damit als Endprodukt einer abgeschlossenen Institutionalisierung behandelt wird.

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