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Die Fallbearbeitung als Arbeitsbogen

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Auszug

In diesem Kapitel soll die Praxis, wie Richterinnen und Richter Beziehungen zwischen normativen und anderen Elementen herstellen, d. h. auch ausprobieren und fixieren, daran verdeutlicht werden, aus welchen Bezugspunkten sie rechtliche Zuordnungen konstruieren. Es geht darum, wie Relationen zwischen Normen und Fakten, Aktendaten und Rechtsliteratur, Entscheidungen und Kommentaren, Ideen und Datenbankeinträgen, Quellen- und Schreibarbeit, dem Text auf dem Tisch und der Idee im Kopf zustande gebracht werden. Vorrangig rekonstruiert werden Aspekte des Umgangs mit Aufgefundenem bis es zum Abschluss einer Bearbeitungsphase kommt. Ziel ist es, hierbei typische Aspekte des berufsalltäglichen » Arbeitszusammenhangs « herauszuarbeiten. In Teil 2.1 wird die Fallarbeit von Richtern über längere Arbeitsbögen hinweg beschrieben. Zu einer veritablen Ethnographie eines Arbeitsfeldes gehört indes auch die Beschreibungen derjenigen dinglichen Objekte mit rechtlichen Sinn- und Wissensgehalten, die dort vorhanden sind und die von den beobachteten Akteuren gebraucht werden. Sie werden im Abschnitt 2.2 vorgestellt.99.

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