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Der Weg nach ganz oben: Strukturmuster politischer Karriereverläufe

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Auszug

Zu Beginn der Betrachtung soziostruktureller Merkmale wurde bereits darauf verwiesen, dass ihre Aussagekraft im Hinblick auf Karriereverläufe oder -muster begrenzt ist. Die social background analysis kann daher lediglich ein erster Schritt bei der Analyse des politischen Aufstiegs sein. Von Beyme stellt daher fest: „Eine politikwissenschaftlich relevante Untersuchung von Eliten kann nicht dabei stehen bleiben, aus Background-Daten herauszufinden, wie man in der Politik avanciert, sondern muß die Chancen des Zugangs zu Führungspositionen in Beziehung zu den politisch Aktiven setzen und muß untersuchen, wer in einem politischen System Möglichkeiten sieht, an die Schalthebel der Macht zu gelangen.“ (Von Beyme 1971: 17) Die „theorielose Sammlung von Background-Daten mit unsystematischen Potpourri-Klassifikationen“ (von Beyme 1971: 17) würde eher Licht auf soziale Vorgänge werfen, jedoch weniger auf politische. Um Strukturmuster politischer Karriereverläufe zu erfassen, muss daher ein zweiter Schritt folgen. Im Rahmen dieser Arbeit besteht dieses erforderliche Analyseelement aus einem Phasenmodell, mit dessen Hilfe Gemeinsamkeiten in den politischen Karriereverläufen analysiert werden sollen. Das Modell geht dabei von der Annahme aus, dass der politische Aufstieg in führende politische Funktionen nur begrenzt planbar ist. Dies unterscheidet politische Karrieren auch von anderen Berufslaufbahnen, wie beispielsweise als Rechtsanwalt oder Arzt. Die Gründe sind vor allem das Fehlen einer etablierten und zwingend vorgeschriebenen Ausbildung und die Unsicherheit, die eine Personalauswahl mit Hilfe allgemeiner Wahlen zwangsläufig mit sich bringt.

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Literature

  1. 15.
    Dieser Mittelwertvergleich und alle noch folgenden stützt sich auf einen Post-Hoc-Spannweiten-Test und paarweise multiple Vergleiche. Dabei wurde geprüft, welche Mittelwerte sich statistisch voneinander unterscheiden. Spannweitentests ermitteln homogene Untergruppen von Mittelwerten, die nicht voneinander abweichen. Als Verfahren wurde in allen Fällen der Test nach Scheffé gewählt. Die Scheffé-Prozedur führt gemeinsame paarweise Vergleiche gleichzeitig für alle möglichen paarweisen Kombinationen der Mittelwerte durch. Sie verwendet die F-Stichprobenverteilung. Dieser Test kann verwendet werden, um nicht nur paarweise Vergleiche durchzuführen, sondern alle möglichen linearen Kombinationen von Gruppenmittelwerten zu untersuchen. Allerdings stellt sich bei dem gewählten Untersuchungsdesign generell die methodisch umstrittene Frage, ob man bei einer als Vollerhebung angelegten Befragung auf Signifikanzen achten muss (vgl. Behnke 2005; Behnke 2007; Broscheid/Gschwend 2003). Dieser wissenschaftstheoretischen Auseinandersetzung wurde Rechnung getragen, indem Signifikanztests durchgeführt wurden. Aufgrund der Umstrittenheit dieses Verfahrens wurde darauf verzichtet, die Testergebnisse bei jedem Mittelwertvergleich darzustellen.Google Scholar
  2. 18.
    So sank beispielsweise die Mitgliederzahl der Jusos von über 306.000 im Jahr 1974 Jahre auf unter 58.400 im Jahr 2003 (vgl. Walter 2005: 163). Die Junge Union musste im Zeitraum von Anfang der 80er bis 2002 einen Rückgang von knapp 260.000 Mitglieder auf unter 130.000 verkraften, hält dieses Niveau aber seit einigen Jahren konstant (vgl. Niedermayer 2005: 17ff; Walter 2005: 163).Google Scholar
  3. 26.
    Vgl. Seeheimer Kreis: http://www.seeheimer-kreis.de; Parlamentarische Linke: http://www.parlamentarische-linke.de; Netzwerk Berlin: http://www.netzwerkberlin.de

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