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Diskreditierung der professionellen Sozialwissenschaft

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Auszug

Eine differenzierte Beschreibung, wie das Projekt der Universalwissenschaft im Einzelnen verläuft, sucht man vergebens. Auch der Versuch, aus unterschiedlichen Quellen der breit gestreuten Essays des Trendforschers ein in sich geschlossenes Gedankengebäude zu konstruieren, scheitert an der Widersprüchlichkeit, der Beliebigkeit und der eklatanten Fehlinterpretation der von ihm zur Grundlage seiner universalwissenschaftlichen „evolutionären Sozialforschung“ erhobenen interdisziplinären Bruchstücke aus allerlei Wissenschaften. Eine Auseinandersetzung mit dieser, zumindest eigenwilligen, Interpretation der „Evolutionstheorie“ als einer zwangsläufigen Fortschrittsentwicklung und die auf dieser Grundlage aufbauende Konstruktion einer sozialdarwinistischen Gesellschaftstheorie werden in späteren Kapiteln verhandelt. Aber der Autodidakt Horx gibt sich nicht mit der evolutionstheoretischen Revision des historischen Materialismus zufrieden, auf der das ultimative Marketingargument einer Verbesserung der Gesellschaft aufbaut. In der Januarausgabe des feuilletonistischen Wissensmagazins PM verbreitet sich Horx über die Nähe von Religion und Wissenschaft und bemüht dazu die Quantentheorie. Horx beschreibe, so das Magazin, „wo sich Spiritualität und Forschung berühren. Nachdem bereits Kopernikus, Darwin und Freud die Position des Menschen im Kosmos relativiert und so sein Selbstverständnis in Frage gestellt haben, entstehe nun ‚eine weitere Öffnung in den Weltbildern’, schreibt Horx unter dem Titel ‚Steckt Gott im Quant?’“ An den „Frontlinien der modernen Wissenschaft“ staple sich das „Material zu einer vierten Kopernikanischen Wende.“ So entstehe ein „Spalt, durch den wir in einen anderen Sinnzusammenhang sehen können. Im Zentrum dieses Durchblicks steht die Quantentheorie“ (Horx 2008, 61).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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