Advertisement

Regeln professioneller Markt- und Zukunftsforschung

Chapter
  • 1.9k Downloads

Auszug

Eine Expertise wird nun weiter fragen müssen, welche Qualitätskriterien eine Studie aufweisen müsste, die wissenschaftliche Erfordernisse erfüllt — das heißt also: für den Auftraggeber die Gewähr bietet, dass er objektiv recherchierte, verallgemeinerbare Ergebnisse erhält, die nicht in vorauseilendem Gehorsam abgefasst sind; dass er also Ergebnisse erhält, die nicht nach Maßgabe eines erkenntnisleitenden Interesses stilisiert sind, die jeden Opportunismus vermeiden und damit eine unbeeinflusste realitätsnahe Perspektive bieten, anhand derer die möglichen mittel- bis langfristigen Konsequenzen des Handelns eingeschätzt werden können. Stefan Kühl qualifizierte Wissenschaftlichkeit in einem Gespräch mit Bärbel Schwertfeger in der Zeit vom 1. Juni 2006 auf die Feststellung der Autorin, dass mit der Behauptung der verbreiteten Scharlatanerie die Studie in der Coaching-Szene für viel Wirbel gesorgt habe: „Die Soziologie nimmt zu ihren Forschungsgegenständen immer eine distanzierte, fast illoyale Haltung ein. Das charakterisiert sie als Wissenschaft. Und erst dadurch kann sie für die Praxis überraschende Einsichten produzieren.“ Rolf Kreibich formuliert seine Kritik nicht minder pointiert, indem er Trendforschung als pseudowissenschaftliche Tätigkeit bezeichnet, die wesentliche wissenschaftliche Kriterien nicht erfülle: Relevanz, logische Konsistenz, Einfachheit, Überprüfbarkeit, terminologische Klarheit, Angabe der Reichweite, Explikation der Prämissen und der Randbedingungen, Transparenz, praktische Handhabbarkeit (Kreibich 2006: 4). Selbst Karlheinz Steinmüller, der sich im Netzwerk des Zukunftsinstituts bewegt und als Vortragsredner über dieses Netzwerk vermarktet wird, teilt diese Kritik: „Obwohl auch die sog. Trendforschung tatsächliche oder angebliche Trends zum Gegenstand hat, darf sie nicht mit methodisch abgesicherten Trendvorhersagen verwechselt werden“ (Steinmüller 1997: 7, Fußnote).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Personalised recommendations