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Analyse der methodologischen Strategie

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Auszug

Die Auseinandersetzung mit der Boulevardforschung stellt eine Art Dauerprojekt dar, das nun seit gut anderthalb Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen in Seminaren und Diplomarbeiten, Projekten und empirischen Analysen komplettiert wird. Der Grund für diese kontinuierliche Beschäftigung mit der Branche liegt einmal in den bereits erwähnten Ansprüchen ihrer Protagonisten, die sich zusehends gegen die professionelle Sozialwissenschaft richten, zum zweiten in der Entwicklung und Vermittlung von Methoden der Markt-, Meinungs- und Kommunikationsforschung, die immer zu meinen Aufgaben zählte. Ein dritter Grund, den Markt der „Forschung“ aufmerksam zu beobachten, liegt schließlich darin, dass die Methoden und Techniken der empirischen Sozialforschung zu den Kernkompetenzen der sozialwissenschaftlich ausgebildeten Studierenden und damit zu ihren bedeutenden Wettbewerbsvorteilen auf dem Berufsmarkt zählen. Doch in den letzten anderthalb Jahrzehnten verdichtete sich außerhalb der Soziologie jenes Gewerbe, das auf der Grundlage der von seinen Repräsentanten gefundenen oder erfundenen „Trends“ den Unternehmen Zukünfte verkauften — und damit einen erheblichen Einfluss auf die Interpretation der Arbeitsbedingungen und Arbeitswelt auszuüben suchten und in der Tat oft auch ausüben. Diese zunehmende Verlagerung der Zukunftsinterpretation auf selbst ernannte Management-Vordenker, Gurus, Trend- und Zukunftsforscher vollzog sich auf drei Gebieten: erstens auf eben dem hier einer Expertise unterzogenen Gebiet der vorgeblichen „Forschung“, zweitens auf dem der „Unternehmensberatung“, drittens auf dem Gebiet des „Coaching“.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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