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Erfolgreiche Trendgeschäfte im affirmativen Zirkel

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Auszug

Ich habe eingangs angedeutet, dass diese kritischen Einwände hier keineswegs erstmalig formuliert werden. Dieser Eindruck kann jedoch entstehen, weil die doch oft recht drastisch formulierte Kritik der professionellen Sozialwissenschaftler an der Praxis der Boulevardforschung sehr verstreut ist Die Medien nehmen diese Art von Kritik gelegentlich auf, allerdings zögerlich und in weit geringerem Maße als vor etwa fünfzehn Jahren noch, als mit dem Hamburger „Trend-Büro“ die erste Kopie der Brain-Reserve durch Matthias Horx und Peter Wippermann die Szene der Boulevardforschung begründete. Ein historischer Überblick über die kritischen Bemerkungen in den Medien zeigt eine ziemlich hohe Einmütigkeit, gleichzeitig aber auch eine erstaunliche Wirkungslosigkeit. Die Weltwoche schrieb am 11. November 1993: „Weil er sonst nichts gelernt hat, betreibt der Journalist Matthias Horx in Hamburg ein Trendbüro, das dazu dient, viel Wind zu machen und Kauderwelsch zu verbreiten. … Rasendes Blabla suggeriert Tiefenschärfe.“ Der Journalist Sven Gächter charakterisierte die durch ersten deutschen Anbieter verbreiteten Trends als den „aufs Taschenformat geschrumpften Zeitgeist.“ Der Journalist und Romancier Christian Kracht widmete Horx in seinem Roman Faserland (1995) eine längere Passage: „Dieser Horx ist so ein Trendforscher aus Hamburg …, der sich immer und überall Notizen macht, und wenn ihm jemand wichtig oder irgendwie trendverdächtig genug ist, dann schreibt Horx auf, was dieser Mensch gesagt hat oder was er für Anziehsachen anhat oder so“ (Kracht 1997: 79)

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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