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Wissensressourcen im Coachingdialog

  • Karin Martens-Schmid
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Zusammenfassung

Im Professionalisierungsprozess des Beratungsformats Coaching kommen neben der eher instrumentellen Auseinandersetzung um Definitionen, Methoden und Interventionskonzepte, zunehmend komplexere Dimensionen des Beratens, insbesondere der dialogische Charakter des Beratungsprozesses selbst und die Reflexivität personbezogener Veränderungsprozesse, in den Blick. Selbstreflexion und Selbsterkenntnis werden als zentrale personale Veränderungsmomente häufig in neueren Veröffentlichungen thematisiert. Coaching stellt, wie es z. B. Fischer (2006: 101) formuliert, eine kommunikative Umwelt für methodisch geführte Reflexion bereit mit dem Ziel, den Klienten „zu neuen Einsichten über sich selbst, seine Rolle in der Organisation, seine Fähigkeiten, Ressourcen und Kompetenzen, seine Kommunikations- und Interaktionsmuster zu bringen“. Die Forschungsarbeit von Trager (2007) zu Selbstreflexionsprozessen im Coaching geht davon aus, dass „die Aktivierung und Förderung von Selbstreflexionsprozessen zentrale Größen im Coaching sind“ (Trager 2007: 3) – und ist dafür mit dem wissenschaftlichen Forschungspreis des Deutschen Bundesverbandes Coaching (DBVC) 2008 geehrt worden. Greif (2008) rückt den Begriff der „ergebnisorientierten Selbstreflexion“ in den Mittelpunkt seiner Coachingkonzeption. Coaching ist damit, wie es schon Lauterbach (2003: 94) formuliert hat, „eine der Möglichkeiten zur Erzeugung und Vernetzung von Erkenntnis und Wissen über sich selbst“. Einen dialogischen Raum für die Vermehrung von Wissen über sich selbst zu schaffen, ist die professionelle Aufgabe des Coach.

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Literatur

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

Authors and Affiliations

  • Karin Martens-Schmid

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