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Coachingwissen pp 405-410 | Cite as

Coachingwissen = handlungswissenschaftliches Wissen?

  • Bernd Birgmeier
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Zusammenfassung

Im Blick auf die vorliegenden Beiträge wird deutlich, dass es eine äußerst breite Palette an Wissen für Coaching, aber auch eine Vielzahl unterschiedlichster Forschungsfragen zum Coaching gibt. Eine der zentralsten Fragen besteht wohl darin, ob wir es nun mit einer Forschung zu bzw. über Coaching oder einer Forschung für das Coaching zu tun haben (wollen). Im ersten Fall, der vorrangig die disziplinbezogenen Kontexte im Coaching anspricht und am Referenzkriterium der Wahrheit ausgerichtet ist, ist Coaching selbst ein Forschungs- Gegenstand, ein Objektbereich bzw. ein Phänomen, das viele unterschiedliche Disziplinen mit Hilfe ebenso vieler unterschiedlicher Methodologien und Erkenntnisinteressen untersuchen. Damit wird Coaching zu einem „Ausschnitt einer Wirklichkeit“in einem „Ausschnitt einer Wirklichkeit“, den die einzelnen Disziplinen erforschen und zu dem sie ein multidisziplinäres und – je nach wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Präferenzen – multimethodologisch herleitbares und begründbares, wissenschaftliches, eigenes Wissen schaffen, das sie in interessierte Fachgebiete „exportieren“ können. Im zweiten Fall, der zentral an professionsbezogene Kontexte – und damit am Referenzkriterium der Wirksamkeit – angelehnt ist, ist Coaching vornehmlich der Interessent, Konsument und Nachfrager gegenstandsbezogenen und durch vielfältige Forschung von vielen Disziplinen erzeugten fremden Wissens, das im Kontext anderer, spezifischer disziplinärer Erkenntnisinteressen gesammelt wurde und – daraus „importiert“ – für ein Coaching genützt werden kann.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

Authors and Affiliations

  • Bernd Birgmeier

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