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Eine kurze Geschichte des Mülls

  • Reiner Keller
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Zusammenfassung

Der Aufbau der kommunalen Müllentsorgungsinfrastruktur beginnt in den Städten Europas im Mittelalter. Verwertbare organische und anorganische Bestandteile des Mülls werden genutzt, nicht verwertbare Reste beseitigt. Die Haupttechnik der Beseitigung ist die Deponierung außerhalb der Kommunen. Der Ausbau der Infrastruktur folgt der Leitidee einer Ordnung öffentlicher und privater Räume im Zeichen von medizinischer und sozialer Hygiene. Die öffentliche Moral und Praxis hygienischer Disziplinierung verändert die tradierten Normen und Praktiken des Umgangs mit Abfällen, Schmutz und Sauberkeit. Die organisierte städtische Abfallentsorgung, die Entwertung der Abfälle als nutzbare Güter durch medizinisch induzierte Gefährdungsvorwürfe, das Aufkommen von Ersatzstoffen (chemische Dünger) und neuen Technologien (Müllverbrennung) führen nach und nach zum Niedergang des von den Abfällen lebenden Kleingewerbes und zur Müllbeseitigung als dominierender Entsorgungspraxis. Kriegs- und knappheitsbedingt kommt es wiederholt zu staatlich-administrativen Mülltrennungs- und Verwertungspolitiken, die darauf zielen, Teile der Abfälle aus dem Beseitigungsprozeß herauszuziehen. Bis lange nach dem zweiten Weltkrieg bestehen allerdings auch lebensweltlich eingeschliffene Praktiken der Weiterverwendung von Abfallstoffen. Die Entwicklung des Umgangs mit Hausabfällen bis Ende der 60er Jahre wird nachfolgend zunächst allgemein und dann vertiefend für Deutschland und Frankreich beschrieben. Das Kapitel endet mit einem Überblick über die aktuelle abfallwirtschaftliche Situation in beiden Ländern.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

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  • Reiner Keller

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