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Standardisierung der frühen kindlichen ‚Entwicklung‘ und ‚Bildung‘ in Kindervorsorgeuntersuchungen

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Ausgangspunkt dieses Beitrags sind gegenwärtig sehr virulente gesellschaftliche Diskurse: Zur kindlichen ‚Entwicklung‘ einerseits und zur ‚Bildung‘ andererseits. In den letzten Jahren steht insbesondere die ‚frühe Bildung‘ auf der bildungspolitischen Agenda. Gleichzeitig ist eine Ausdifferenzierung entwicklungsdiagnostischer Verfahren zu verzeichnen, die mit dem Ziel der Prävention von Entwicklungsstörungen institutionalisiert werden. Die Begriffe ‚Entwicklung‘ und ‚Bildung‘ sind bereits historisch, im Zuge der Etablierung der Kinderwissenschaften, eng miteinander verwoben worden. Sie haben aber auch zur Ausdifferenzierung der Kinderwissenschaften in einerseits Pädiatrie und Entwicklungspsychologie als eher ‚Entwicklungswissenschaften‘ und andererseits der Pädagogik als ‚Bildungswissenschaft‘ beigetragen. In aktuellen Diskursen und Bildungsprogrammen kommt es erneut zu Überschneidungen und Überblendungen, aber auch zur Entgrenzung beider Begriffe.

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