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„… ohne kanonisches Wissen … sind kulturelle Identität und Kommunikation kaum möglich“ – Kontradiktorisches zur musikalischen Bildung und ‚Uneuropäisches‘ im Werkkanon der Konrad-Adenauer-Stiftung

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Das ‚Zitat‘ stammt aus der Studie Bildungsoffensive durch Neuorientierung des Musikunterrichts der Konrad-Adenauer-Stiftung aus dem Jahre 2004. Diese mündet in eine vierseitige Liste mit Werken, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler im Musikunterricht des allgemeinbildenden Schulwesens „beschäftigen“ sollen. Der Kontext des Zitats lautet wie folgt: „In vorhandenen Lehrplänen und Rahmenplänen werden üblicherweise Kompetenzen (Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen) als Bildungsziele definiert oder Lernfelder beschrieben, aber es bleibt bei unverbindlichen und nicht konkret genannten Inhalten. ‚Outfit‘ [muss wohl heißen: ‚Output‘; S. O.] statt ‚Input‘ ist aber zu wenig, und ohne einen Grundbestand an Werken, ohne kanonisches Wissen (mit einem Wissen ‚unter aller Kanone‘) sind kulturelle Identität und Kommunikation kaum möglich.“ (KAS-Papier: 25f.)

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