Advertisement

Frühe Förderung von mathematischen Kompetenzen im Vorschulalter

  • Kristin Krajewski
  • Agnes Renner
  • Gerhild Nieding
  • Wolfgang Schneider

Auszug

Nach aktuellen Kenntnissen über den Erwerb mathematischer Kompetenzen bei Kindern sollte sich eine frühe Förderung am natürlichen Entwicklungsverlauf mathematischer Kompetenzen orientieren. Vor diesem Hintergrund wurde in einer Pilotstudie überprüft, inwieweit sich frühe Mengen-Zahlen-Kompetenzen auf drei verschiedenen Ebenen durch das Konzept „Mengen, zählen, Zahlen“ (MZZ, Krajewski/Nieding/Schneider 2007) bei Vorschulkindern fördern lassen. In der vorliegenden Untersuchung interessierte im Besonderen, ob sich differenzierte Fördereffekte in Abhängigkeit vom Alter der geförderten Vorschulkinder finden lassen. Es zeigte sich eine generelle Überlegenheit der mit dem MZZ geförderten Kinder gegenüber einer Kontrollgruppe ohne systematische Förderung. Darüber hinaus fanden sich altersspezifische Fördereffekte insofern, als die jüngeren Vorschulkinder vor allem auf der ersten Ebene früher Mengen-Zahlen-Kompetenzen profitierten, während die mittlere Altersgruppe auf den ersten beiden und die älteren Vorschulkinder v.a. auf der dritten Kompetenzebene zulegten. Die Ergebnisse zeigen, dass eine differenzierte mathematische Frühförderung möglich und besonders dann erfolgreich ist, wenn sie sich am jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder orientiert.

Schlüsselwörter

mathematische Entwicklung Entwicklungsmodell Mengen-Zahlen-Kompetenz mathematische Frühförderung Trainingsstudie 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Anunola et al. 2004 = Aunola, K./ Leskinen, E./ Lerkkanen, M-K/ Nurmi, J-E. (2004): Developmental dynamics of mathematical performance from preschool to grade 2. In: Journal of Educational Psychology, Vol. 96, pp. 699–713.CrossRefGoogle Scholar
  2. Einsiedler et al. 2000 = Einsiedler, W./ Frank, A./ Kirschhock, E.-M./ Martschinke, S./ Treinies, G. (2000): Der Einfluss verschiedener Unterrichtsmethoden auf die phonologische Bewusstheit sowie auf Lese-und Rechtschreibleistungen im 1.Schuljahr. — Nürnberg: Berichte und Arbeiten aus dem Institut für Grundschulforschung.Google Scholar
  3. Fthenakis et al. 2005 = Fthenakis, W.E./ Gisbert, K./ Griebel, W./ Kunze, H.-R./ Niesel, R./ Wustmann, C. (2005): Auf den Anfang kommt es an: Perspektiven für eine Neuorientierung frühkindlicher Bildung. — Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung.Google Scholar
  4. Gaupp, N./ Zoelch, C./ Schumann-Hengsteler, R. (2004): Defizite numerischer Basiskompetenzen bei rechenschwachen Kindern der 3. und 4. Klassenstufe. In: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, Bd. 18, S. 31–42.CrossRefGoogle Scholar
  5. Geary, D.C./ Hamson, C.O./ Hoard, M.K. (2000): Numerical and arithmetical cognition: A longitudinal study of process and concept deficits in children with learning disability. In: Journal of Experimental Child Psychology, Vol. 77, pp. 236–263.CrossRefGoogle Scholar
  6. Griffin, S./ Case, R./ Capodilupo, A. (1995): Teaching for understanding: The importance of the central conceptual structures in the elementary mathematics curriculum. In: McKeough, A./ Lupart, J./ Marini, A. (Eds.): Teaching for Transfer: Fostering generalization in learning. — Hillsdale, NJ, pp. 123–152.Google Scholar
  7. Krajewski, K. (2003): Vorhersage von Rechenschwäche in der Grundschule. — Hamburg.Google Scholar
  8. Krajewski, K. (2008): Vorschulische Förderung bei beeinträchtigter mathematischer Entwicklung. In: Borchert, J./ Hartke, B./ Jogschies, P. (Hrsg.): Prävention von Behinderungen: Frühe Kindheit, Schul-und Jugendalter. — Stuttgart, S. 122–135.Google Scholar
  9. Krajewski, K./ Nieding, G./ Schneider, W. (2007): Mengen, zählen, Zahlen: Die Welt der Mathematik verstehen (MZZ). — Berlin.Google Scholar
  10. Krajewski, K./ Nieding, G./ Schneider, W. (2008): Kurz-und langfristige Effekte mathematischer Frühförderung im Kindergarten durch das Programm „Mengen, zählen, Zahlen“. In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Bd. 40, S. 135–146.CrossRefGoogle Scholar
  11. Krajewski, K./ Schneider, W. (2006): Mathematische Vorläuferfertigkeiten im Vorschulalter und ihre Vorhersagekraft für die Mathematikleistungen bis zum Ende der Grundschulzeit. In: Zeitschrift für Psychologie in Erziehung und Unterricht, Bd. 53, S. 246–262.Google Scholar
  12. Krajewski, K./ Schneider, W./ Nieding, G. (2008): Zur Bedeutung von Arbeitsgedächtnis, Intelligenz, phonologischer Bewusstheit und früher Mengen-Zahlen-Kompetenz beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. In: Zeitschrift für Psychologie in Erziehung und Unterricht, Bd. 55, S. 118–131.Google Scholar
  13. Kroesbergen, E./ Van Luit, J. (2003): Mathematical interventions for children with special education needs: A meta-analysis. In: Remedial and Special Education, Vol. 24, pp. 97–114.CrossRefGoogle Scholar
  14. Küspert, P./ Schneider, W. (2002): Hören-Lauschen-Lernen: Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache — 3. Aufl. — Göttingen.Google Scholar
  15. Landerl, K./ Bevan, A./ Butterworth, B. (2004): Developmental Dyscalculia and Basic Numerical Capacities: A Study of 8-9 Year Old Students. In: Cognition, Vol. 93, pp. 99–125.CrossRefGoogle Scholar
  16. Moser-Opitz, E. (2007): Rechenschwäche/Dyskalkulie. Theoretische Klärungen und empirische Studien an betroffenen Schülerinnen und Schülern. — Bern.Google Scholar
  17. Resnick, L. B. (1989): Developing mathematical knowledge. In: American Psychologist, Vol. 44, pp. 162–169.CrossRefGoogle Scholar
  18. Rinkens, H.-D./ Hönisch, K. (1997) (Hrsg.): Arithmetische Vorkenntnisse von Schulanfängern. — Hannover.Google Scholar
  19. Stern, E. (1997): Early Training: who, what, when, why, and how? In: Beishuizen, M./ Gravemeijer, K.P.E/ van Lieshout, E.C.D.M. (Eds.): The role of contexts and models in the development of mathematical strategies and procedures. — Utrecht, pp. 239–253.Google Scholar
  20. Van Luit, J.E.H./ Van de Rijt, B.A.M. (1997): Stimulation of early mathematical competence. In: Beishuizen, M./ Gravemeijer, K.P.E./ van Lieshout, E.C.D.M. (Eds.): The role of contexts and models in the development of mathematical strategies and procedures. — Utrecht, pp. 215–237.Google Scholar
  21. von Aster, M. (in Vorb.): ZAREKI-K: Neurologische Testbatterie für Zahlenverarbeitung und Rechnen bei Kindern — Kindergartenversion. — Frankfurt.Google Scholar
  22. von Aster, M./ Schweiter, M./ Weinhold-Zulauf, M. (2007): Rechenstörungen bei Kindern: Vorläufer, Prävalenz und psychische Symptome. In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Bd. 39, S. 85–96.CrossRefGoogle Scholar
  23. Weißhaupt, S./ Peucker, S./ Wirtz, M. (2006): Diagnose mathematischen Vorwissens im Vorschulalter und Vorhersage von Rechenleistungen und Rechenschwierigkeiten in der Grundschule. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht, Bd. 53, 236–245.Google Scholar
  24. Wygotski, L. S. (1934, dt. Übers. 1974): Denken und Sprechen. — Frankfurt.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2009

Authors and Affiliations

  • Kristin Krajewski
    • 1
  • Agnes Renner
    • 1
  • Gerhild Nieding
    • 1
  • Wolfgang Schneider
    • 1
  1. 1.Arbeitseinheit Bildung und EntwicklungDeutsches Institut für Internationale Pädagogische ForschungFrankfurt am Main

Personalised recommendations