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Normative und realistische Demokratietheorien

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Auszug

Demokratie ist die Verfassung der politischen Gleichheit. Insofern beruht sie in ausschlaggebendem Maße auf normativen Grundlagen, die bei keiner sinnvollen Analyse oder Bewertung von Demokratie außer Acht gelassen werden können. Eine Praxis oder eine Theorie der Demokratie, die glauben, ohne diesen konstitutiven normativen Bezug auskommen zu können, wären folglich ein Widersinn. Freilich reicht die normative Fundierung für die Begründung und die Stabilität in der Realität funktionstüchtiger Demokratie bei weitem nicht aus. Denn über die normative Grundlage der politischen Gleichheit hinaus stellt sich eine Vielzahl praktischer und theoretischer Frage, die alle einer überzeugenden Antwort bedürfen. Zu ihnen gehören die folgenden: Welches Ausmaß faktischer politischer Teilhabegleichheit muss mindestens erfüllt sein? Wie ist diese am besten zu organisieren? Welches Verhältnis zwischen Teilhabegleichheit und Ergebnissicherung im Sinne von Mehrheitsinteressen ist wünschenswert? Die Antworten auf diese Fragen haben in der Geschichte der Demokratietheorie stets ein weites Spektrum umfasst, das von der fast ausschließlichen Betonung der Gleichheitsforderung bis zur überwiegenden Betonung von Ergebnisorientierung und Stabilität reichte. In neuerer Zeit hat sich für die beiden Pole dieses Spektrums die im Grunde irreführenden Bezeichnung normative bzw. realistische Demokratietheorie eingebürgert.

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Weiter führende Literatur

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